Version 1.2010
HTA als Entscheidungsgrundlage – bedarfsorientierte,
systematische Bewertung medizinischer Technologien
HTA-Berichte (Health Technology Assessment) dienen der systematischen, interdisziplinären Evaluierung und Bewertung einer (neuen oder auch bereits eingeführten) medizinischen Technologie. Sie bieten politischen wie klinischen Entscheidungsträgern eine fundierte und unabhängige Informationsgrundlage. Je nach Fragestellung, Zeithorizont und Entscheidungssituation kommen unterschiedliche Vorgehensweisen in Betracht. So ist eine systematische Literaturübersicht zur medizinischen und ökonomischen Bewertung in manchen Fällen ausreichend, oft wird z. B. zwecks Übertragbarkeit der Ergebnisse auf nationale Verhältnisse jedoch eine ökonomische Modellrechnung notwendig. Darüber hinaus spielen häufig soziale, ethische, juristische oder organisatorische Aspekte eine wichtige Rolle und sind gesondert darzustellen. Oft werden Entscheidungsgrundlagen kurzfristig benötigt (Beispiel: Erstattungsentscheidung). Für diesen Fall sind verkürzte Verfahren einer Informationsbereitstellung zu definieren, die eine erste Übersicht und Einschätzung der verfügbaren Evidenz bieten.
Standardisiertes Vorgehen und standardisierte Vorgaben
Um den Anspruch einer qualitätsvollen und objektiven Technologiebewertung zu erfüllen, muss für HTA-Berichte stets sichergestellt sein, dass sie auf ein jeweils optimales methodisches Instrumentarium zurückgreifen und dass die Vorgehensweise transparent und nachvollziehbar ist. Gleichzeitig gibt es bewährte Standardinstrumente und -prozesse (wie die systematische Übersichtsarbeit oder die Metaanalyse), die für die meisten Fragestellungen Mittel erster Wahl sind. Ein standardisiertes Vorgehen hat sich bei HTA-Berichten daher international durchgesetzt; verschiedenste Organisationen in diesem Bereich bemühen sich deshalb, einheitliche Vorgaben zur HTA-Erstellung auf Organisationsebene oder auch auf übergreifender Ebene (national/international) zu definieren. Diese Vorgaben folgen vergleichbaren Grundsätzen, unterscheiden sich jedoch in inhaltlichen und methodischen Einzelfragen und sind nicht zuletzt häufig auf die spezifischen Bedürfnisse der einzelnen Einrichtung oder des einzelnen Landes zugeschnitten. Darüber hinaus findet sich insbesondere für verkürzte Verfahren international keine einheitliche Definition. Gerade hier ist ein transparente Darlegen der Verkürzungsmöglichkeiten und des damit verbundenen Outputs zur Sicherung der Qualität und des adäquaten Einsatzes wichtig.
Inhalte des Prozesshandbuches
Das vorliegende Prozesshandbuch differenziert zwischen umfassendem HTA-Bericht und Rapid Assessment (RA). Es stellt die jeweils wichtigsten Eckpunkte (Umfang, Erstellungsdauer, Einsatzgebiete) und die standardmäßig zu setzenden Arbeitsschritte dar. Die genaue Ausführung der zu verwendenden Methodik (z. B. statistische Werkzeuge) erfolgt in einem eigenen Methodenhandbuch (Version 1.2010).
Ziele des Prozesshandbuches
Kontakt: Daniela Pertl, Barbara Fröschl, Heidi Stürzlinger
GÖG-Jahresbericht online. Der Jahresbericht 2010 der Gesundheit Österreich ist als PDF-Download verfügbar. mehr

