Neben den aktuellen Entwicklungen werden heuer die Themen »Cannabismärkte und -produktion« und »Behandlung und Betreuung von älteren Drogenkonsumierenden« schwerpunktmäßig behandelt.
Die Erfahrungen mit Drogenkonsum in der Gesamtbevölkerung sind im Berichtsjahr eher gesunken oder gleich geblieben. Rund ein Fünftel der Bevölkerung hat einmal im Leben Cannabis probiert, bei den jungen Erwachsenen sind es bis zu vierzig Prozent. Konsumerfahrungen mit allen anderen Substanzen liegen deutlich unter diesen Werten (zwei bis vier Prozent). Die Raten für den aktuellen Konsum (also für die letzten zwölf Monate) fallen noch geringer aus. Dies belegt, dass der Konsum von illegalen Substanzen meist auf Probiererfahrungen bzw. auf eine begrenzte Lebensphase beschränkt ist.
Untersuchungen zur Partyszene ergeben, dass als »Ecstasy« verkaufte Tabletten immer öfter (auch) andere Inhaltsstoffe enthalten, die gesundheitlich bedenklich sind (z. B. mCPP, PMA).
Den problematischen Drogenkonsum dominieren entsprechend den Datenauswertungen aus dem Betreuungs- und Behandlungsbereich nach wie vor Opiate. In Suchthilfe-Betreuung befindet sich aber auch eine große Gruppe an Personen, die hauptsächlich Cannabis konsumieren. Dies dürfte zum einen auf einen verstärkten Cannabiskonsum und auf damit verbundene gesundheitliche oder psychosoziale Probleme zurückzuführen sein. Der hohe Anteil an Klientinnen und Klienten in den Drogenberatungsstellen mit der juristischen Auflage einer »gesundheitsbezogenen Maßnahme« aufgrund von Cannabiskonsum spricht zum anderen aber auch für einen repressiven Umgang mit Cannabiskonsumierenden.
Für einen Zuwachs an über 35-jährigen Drogenabhängigen liegen einige Indizien vor. Ältere Drogenkonsumierende tendieren eher zum intravenösen Konsum von Heroin und Kokain, während jüngere eher »Sniffen« als vorwiegende Einnahmeform angeben. Ältere Drogenkonsumierende weisen einen schlechteren gesundheitlichen Zustand auf als jüngere, was sich in einer zunehmenden Häufigkeit von Infektionskrankheiten äußert (beispielsweise von chronischer Hepatitis C), aber auch von Zahn-, Magen-Darm- und Hautproblemen sowie von psychiatrischen Erkrankungen. Ältere Drogenkonsumierende sind in den Einrichtungen der Suchthilfe unterrepräsentiert, wofür die Gründe unklar sind.
In Suchtprävention und Suchthilfe haben Maßnahmen zur Qualitätssicherung einen hohen Stellenwert. Gearbeitet wird an standardisierten und österreichweit einsetzbaren Suchtpräventionsprogrammen, aber auch an Leitlinien für die Behandlung der Benzodiazepin-Abhängigkeit. Hervorzuheben sind auch die Bemühungen, Angebote für bisher nur in geringem Ausmaß erreichte Zielgruppen zu schaffen bzw. zu verbessern (im Berichtsjahr vor allem für Drogenkonsumierende mit Migrationshintergrund und deren Familien). In einigen Bereichen und/oder Regionen ist daneben nach wie vor eine Erhöhung der Kapazitäten notwendig (bzw. bereits geplant).
Bericht zur Drogensituation 2009
Report on the Drug Situation 2009
Unkostenbeitrag Inland: 12 Euro; Unkostenbeitrag Ausland: 17 Euro
GÖG-Jahresbericht online. Der Jahresbericht 2010 der Gesundheit Österreich ist als PDF-Download verfügbar. mehr

