Vorbereitung und Umsetzung Modellregionen Social Prescribing

Auftraggeber: BMSGPK
Laufzeit: Jänner bis Dezember 2021
Ansprechperson GÖG: Daniela Rojatz

Social Prescribing ist ein innovativer Ansatz, um gesundheitsrelevante, nichtmedizinische Bedürfnisse in der Primärversorgung systematisch zu adressieren. Das Team der Primärversorgungseinheit wird sensibilisiert, Patientinnen und Patienten ganzheitlich zu betrachten und im Falle gesundheitsrelevanter, nichtmedizinischer Bedürfnisse an eine Fachkraft mit Link-Working-Funktion in der Einrichtung zu vermitteln. Diese Fachkraft arbeitet dann mit der Patientin / dem Patienten heraus, was für diese/diesen von Bedeutung ist und vermittelt sie/ihn an passende regionale Angebote (z. B. Seniorentreff, Theater, Schuldnerberatung). Daher ist Netzwerkmanagement, d. h. der Aufbau und die Pflege von Kooperationen mit Beratungseinrichtungen, Vereinen und weiteren gesundheitsfördernden Initiativen ein weiteres wichtiges Element des Ansatzes.

In Österreich wird Social Prescribing seit einigen Jahren zunehmend bekannter. Umsetzungserfahrungen gibt es damit bisher kaum. Daher stellte das Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz im Rahmen der „Gesundheitsförderung 21+“ Mittel zur Verfügung, um den Auf- und Ausbau von Social Prescribing in Einrichtungen der Primärversorgung zu unterstützen, erste Umsetzungserfahrungen zu sammeln und fachliche Grundlagen für die Weiterentwicklung und Verbreitung des Ansatzes in Österreich zu erstellen.

Im Rahmen des Projekts „Vorbereitung und Umsetzung von Modellregionen Social Prescribing“ wurde daher ein mit 300.000 Euro dotierter Projektcall realisiert, um Social Prescribing in Einrichtungen der Primärversorgung (Primärversorgungseinheiten, Gruppenpraxen, Einrichtungen für nichtversicherte Personen) zu etablieren. Die Projektsteuerungsgruppe, in der das BMSGPK, der Dachverband der Sozialversicherungsträger, die ÖGK und die Stadt Wien vertreten sind, hat von 17 Projekten neun Projekte in vier Bundesländern mit einer Fördersumme von insgesamt 285.000 Euro zur Förderung empfohlen. Die Projektförderung lief von Juni bis Dezember 2021 und wurde von der Gesundheit Österreich GmbH begleitet. Die Begleitung sah die Organisation einer begleitenden Schulung für die Fachkräfte mit Link-Working-Funktion, vier Vernetzungstreffen zum Austausch von Erfahrungen sowie eine eigens entwickelte Bedarfs- und Vermittlungsdoku der Patientinnen und Patienten, die Link-Working in Anspruch genommen haben vor. Basierend auf den Umsetzungserfahrungen, den im Projekt generierten Daten und den Ergebnissen der externen Evaluation wurde ein Handbuch für Umsetzer:innen und ein Policy-Brief für Stakeholder verfasst.

Ein Erklärvideo erklärt den Ansatz und den Nutzen von Social Prescribing für Mitarbeiter:innen in der Primärversorgung und Entscheidungsträger:innen.

Erklärvideo Social Prescribing

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Kontakt: social.prescribing@goeg.at