Qualitätsmessung ambulant

Auftraggeber: BGA
Laufzeit: Jänner 2018 bis Dezember 2019
Ansprechperson GÖG: Sonja Neubauer

Das Messen von (Prozess- und Ergebnis-)Qualität in allen Bereichen des Gesundheitswesens ist ein wesentliches Element der Qualitätsarbeit. Die Qualitätsmessung zielt darauf ab, eine hohe Versorgungsqualität im stationären und ambulanten Bereich unter besonderer Berücksichtigung der Schnittstellen sicherzustellen sowie einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess zu unterstützen.
Neben der bereits etablierten Ergebnisqualitätsmessung im stationären Bereich (A-IQI inkl. Peer-Reviews) wurde 2016 ein Konzept für die Qualitätsmessung im ambulanten Bereich entwickelt, das vier thematische Schwerpunkte umfasst: Krankheitsbilder / chronische Erkrankungen, Interventionen/Eingriffe, Patientensicherheit und Patientenzufriedenheit.

Im Zuge der Konzepterstellung und einer späteren Pilotdatenerfassung zum Themenfeld Interventionen und Eingriffe wurden zahlreiche Datenlimitationen deutlich. Eine im Jahr 2019 von der GÖG durchgeführte unveröffentlichte Analyse aktueller Literatur mit dem Fokus auf weiteren Möglichkeiten, den Qualitätsverbesserungsprozess im ambulanten Bereich zu gestalten, bestätigte weitgehend die bisherigen Erkenntnisse. Es zeigte sich, dass die Zahl der europaweit angewandten Verfahren zur Qualitätssicherung im ambulanten Bereich begrenzt ist und dass alle mit gewissen Limitationen behaftet sind. Empfohlen wurde, die Ausrollung der Qualitätszirkel fortzusetzen sowie im Falle der gewünschten Umsetzung von Peer-Review-Verfahren langfristig die erforderlichen Rahmenbedingungen dafür zu schaffen. Die weiteren Arbeiten konzentrieren sich hier primär auf die Verbesserung der Datengrundlage.

Zum Schwerpunktthema Krankheitsbilder / chronische Erkrankungen wurden 2017 insgesamt vier Pilotqualitätszirkel in zwei Bundesländern durchgeführt, die sich mit dem Krankheitsbild Diabetes mellitus Typ 2 auseinandersetzten. An den Pilotqualitätszirkeln nahmen niedergelassene Ärztinnen/Ärzte in ausgewählten Pilotregionen in Oberösterreich und der Steiermark teil. Anhand ausgewählter Indikatoren wurden die Versorgung von Patientinnen und Patienten, die an Diabetes mellitus Typ 2 erkrankt sind, auf regionaler Ebene dargestellt und Möglichkeiten zur Qualitätsverbesserung skizziert.
Aufbauend auf den in einem Bericht zusammengefassten Ergebnissen dieser Pilotveranstaltungen wurde ein Umsetzungskonzept für eine österreichweite Etablierung der Qualitätszirkel zum Thema Diabetes mellitus Typ 2 entwickelt. Das Jahr 2019 diente primär der Abstimmung und Vorbereitung einer österreichweiten Ausrollung dieser Qualitätszirkel.