Maßnahmen zur Einbindung von Patientinnen und Patienten in die ökonomische Verschreibung von Medikamenten

Auftraggeber: HVB
Laufzeit: Dezember 2016 bis April 2017
Ansprechperson GÖG: Margit Gombocz

Patientinnen und Patienten in Österreich leisten bei den großteils öffentlich finanzierten Arzneimitteln einen zusätzlichen Beitrag in Form der Rezeptgebühr. Dabei sind Versicherte beim Bezug eines Medikaments zulasten der Sozialversicherung für den Apothekenverkaufspreis kaum sensibilisiert. Inwiefern Patientinnen und Patienten in die ökonomische Verschreibung von Medikamenten in anderen Ländern eingebunden sind, war Gegenstand der Studie.

Die Fragestellung wurde mittels Literaturrecherche und einer Fragebogenerhebung im europäischen und internationalen Behördennetzwerk für Arzneimittelpreisbildung und -erstattung PPRI (Pharmaceutical Pricing and Reimbursement Information) bearbeitet. Sowohl monetäre als auch nichtmonetäre Anreize für Patientinnen und Patienten wurden erhoben.

Bei den nichtmonetären Anreizen konnten neben Maßnahmen im Bereich der Patienteninformation (Informationsbroschüren zum Thema Generika) vonseiten der Sozialversicherungen oder nationalen Gesundheitsdienste auch Verfahren zur Einbindung von Patientinnen und Patienten in nationale Arzneimittelgremien in einzelnen Ländern festgestellt werden. Monetäre Anreize fanden sich in nahezu allen 28 EU-Mitgliedstaaten in Gestalt eines Referenzpreissystems (Festbetragssystems). Weitere Maßnahmen betrafen das Vorhandensein von Generikasubstitution sowie Wirkstoffverordnung.

Schlussfolgerung: In Österreich wurden solche Maßnahmen bislang nicht implementiert. Öffentliche Zahler könnten durch die Einführung Effizienzpotenziale generieren.