Koordinationsstelle Qualitätsregister

Auftraggeber: BMSGPK
Laufzeit: fortlaufend seit 2018
Ansprechperson GÖG: Reinhard Kern

Die GÖG betreibt und entwickelt im gesetzlichen Auftrag das Stroke-Unit-Register, das Herzchirurgie-Register und das Herzschrittmacher-, ICD- und Loop-Recorder-Register. Für das Herzchirurgie- und das Stroke-Unit-Register wurde die intensive Zusammenarbeit mit A-IQI (Austrian Inpatient Quality Indicators) weitergeführt.

Datenauswertungen des Stroke-Unit-Registers: Das Durchschnittsalter der Schlaganfallpatientinnen/Schlaganfallpatienten in Stroke-Units lag in den letzten Jahren relativ konstant bei rund 73 Jahren, wobei etwas mehr Frauen als Männer dokumentiert sind.

85 Prozent der Patientinnen und Patienten wurden im Jahr 2019 direkt in ein Krankenhaus mit Stroke-Unit eingeliefert, 15 Prozent kamen über ein anderes Krankenhaus. Der Anteil direkter Aufnahmen bleibt konstant hoch, was auf ein kontinuierliches Schnittstellenmanagement von Rettungswesen und Krankenanstalten hinweist. Der Anteil der Rettungstransporte mit Notärztin/Notarzt ist in den letzten drei Jahren konstant niedrig, d. h. auf die notärztliche Begleitung wird immer häufiger verzichtet. Etwa 14 Prozent der Patientinnen/Patienten kamen 2019 privat ins Krankenhaus.

Bei der Lyserate für jene Patientinnen/Patienten, die die lyserelevanten Kriterien (Alter, Zeitspanne Ereignis bis Lyse) erfüllen, zeigt sich für 2019 ein ähnlicher Wert wie 2018. Die Lyserate für diese Patientengruppe liegt im Österreichschnitt bei rund 71 Prozent. 70 Prozent aller lysierten Patientinnen und Patienten erhalten die Lyse im Österreichschnitt innerhalb von 60 Minuten ab Krankenhausaufnahme (Door-to-Needle-Time), wobei der Patientenanteil je nach Stroke-Unit zwischen 29 und 93 Prozent stark schwankt.

Datenauswertungen Erwachsenenherzchirurgie: Die 30-Tages-Mortalitätsrate (Anteil der Patientinnen/Patienten, die innerhalb von 30 Tagen nach einer Operation verstorben sind) betrug im Jahr 2019 3,59 Prozent. Der Anteil der Patientinnen/Patienten, die binnen 30 Tagen nach einer herzchirurgischen Intervention verstarben, schwankte in den einzelnen Zentren zwischen 0,40 Prozent und 6,56 Prozent. Bei elektiven, also geplanten Operationen bewegte sich diese Rate zwischen 0,25 und 4,31 Prozent.

Die Komplikationsraten sind in den einzelnen Zentren unterschiedlich ausgeprägt. So bewegte sich die Rate der Schlaganfälle mit zentralneurologischem Schaden (länger als 72 Stunden anhaltend) im Vergleich der Zentren im Jahr 2019 zwischen 0,00 und 5,47 Prozent. Der Anteil der Patientinnen/Patienten, die sich einer erneuten herzchirurgischen Operation wegen einer Nachblutung – die im Krankenhaus aufgetreten ist – unterziehen mussten, lag bei 4,87 Prozent.

Durchschnittlich kommt die linke Arteria thoracica interna bei isolierten Bypassoperationen im Jahr 2019 in 94,89 Prozent der Fälle zum Einsatz. Die Spannbreite zwischen den Zentren liegt hier zwischen 89,43 und 100 Prozent.

Datenauswertungen des Herzschrittmacher-, ICD- und Loop-Recorder-Registers: Die meisten Erstimplantationen von Herzschrittmachern, ICD und Loop-Recordern erfolgen im Jahr 2019 bei Menschen im Alter von 70 bis 79 Jahren und in den Altersgruppen bis inklusive 79 Jahre überwiegend an männlichen Patienten. Als häufigste Symptome, die zur Erstimplantation eines Herzschrittmachers führten, wurden Synkope, Schwindel und Bradykardie angegeben. Auch im Bereich Loop-Recorder war sowohl bei Männern als auch bei Frauen mit jeweils mehr als 43 Prozent aller Angaben Synkope ohne Verletzung das häufigste Symptom, das zur Implantation eines Loop-Recorders führte. Als häufigster Grund für die Erstimplantation eines ICD wurde Herzinsuffizienz angegeben. Dieser Eingriff verlief in rund 98 Prozent aller Fälle komplikationslos.