Evaluierung der Hebammenberatung im Rahmen des Mutter-Kind-Passes

Auftraggeber: HVB
Laufzeit: Dezember 2017 bis Dezember 2019
Ansprechperson GÖG: Thomas Link

Die kostenlose Hebammenberatung für werdende Mütter zwischen der 18. und 22. Schwangerschaftswoche ist seit Ende 2013 optionaler Bestandteil des österreichischen Mutter-Kind-Pass-Programms (als Leistung festgelegt in § 5a der Mutter-Kind-Pass-Verordnung). Das Beratungsgespräch beinhaltet neben den Themen Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Stillen auch Informationen zu präventivem, gesundheitsförderndem Verhalten sowie zu Unterstützungsmöglichkeiten. Die Beratungsgespräche werden mit einem standardisierten Erhebungsbogen dokumentiert. 

§§ 12 und 13 des Gesamtvertrags über Mutter-Kind-Pass-Leistungen sehen eine Evaluierung der Leistungen sowie die Erfassung von Schwangerschaftsdaten vor. Hebammen, die mit der Sozialversicherung einen Einzelvertrag für die Durchführung der Hebammenberatung im Rahmen des Mutter-Kind-Passes abgeschlossen haben, haben verpflichtend an dieser Evaluierung teilzunehmen, indem sie im Rahmen der Beratung definierte Daten erheben und weiterleiten (wahlweise Onlineformular oder Paper-Pencil-Version).

Im Jahr 2019 erschien der Evaluationsbericht mit Auswertungen der Daten aus  dem Jahr 2017. Rund 30 Prozent der Mütter haben im Jahr 2017 das Angebot einer Hebammenberatung in Anspruch genommen. Das Angebot wird von Frauen, die 30 Jahre oder älter sind, sowie Frauen, die vergleichsweise besser gebildet sind, überdurchschnittlich häufig in Anspruch genommen. Frauen, ohne österreichische, deutsche oder schweizerische Staatsbürgerschaft sowie Frauen aus Vorarlberg und Wien haben das Angebot hingegen geringfügig seltener nachgefragt.

Gegenüber 2016 ist die Inanspruchnahme der Hebammenberatung um drei Prozentpunkte gestiegen. Effekte der Hebammenberatung auf Schwangerschaft oder Geburt können mit den vorliegenden Daten nicht festgestellt werden. Es werden verschiedene Maßnahmen vorgeschlagen, um die Zielpopulation, die von der Maßnahme am meisten profitieren könnte, besser zu erreichen, um den Verlauf der weiteren Schwangerschaft bzw. der Geburt beurteilen zu können und um die Dokumentation der Hebammenberatungen zu verbessern.

Weiterlesen: