Interkulturelle Kompetenz auf der Intensivstation, 16.09.2016

Der Krankenhausalltag wird zunehmend internationaler, da immer mehr Mitarbeiter/innen und Patientinnen/Patienten aus unterschiedlichen Kulturkreisen kommen.
Sie bringen andere Vorstellungen von Gesundheit, Krankheit und Tod mit. Damit stehen Ärzte und Pflegepersonal vor neuen Herausforderungen. Was im Krankenhausalltag im Allgemeinen gilt, gilt für die Intensivstation in besonderem Maße.
Fehlende Sprachkenntnisse, die Einbeziehung von Familienangehörigen als Übersetzer, zu viele Patientenbesuche, die das Krankenzimmer bevölkern, befremdliche Trauerreaktionen und Sterberituale können den reibungslosen Arbeitsablauf auf der Intensivstation, der ohnedies unter einem enormen Zeit- und Rationalisierungsdruck steht, erschweren. Die Angehörigen kosten also Zeit, "nerven" und können bei Ärzte- und Pflegepersonal zu Überforderung, Unwilligkeit und nicht zuletzt zu Aggressionen führen.

Für das Verständnis eigener und fremder kultureller Eigenheiten reichen guter Wille und Toleranz nicht aus. Interkulturelle Kompetenz als Schlüsselqualifikation, gepaart mit sozialen Fertigkeiten und einschlägigem Fachwissen, können zu einer verbesserten Kommunikation führen.
Interkulturelle Kompetenz ist erlernbar. Im Seminar werden die Grundlagen
für professionelles Arbeiten in kulturellen Überschneidungssituationen gemeinsam erarbeitet.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollen für den Umgang mit kulturellen Unterschieden in der Patientenversorgung und Angehörigenbetreuung sensibilisiert werden. Aufgezeigt werden Handlungsmöglichkeiten für interkulturelle Situationen sowie Lösungsansätze in interkulturellen Konfliktsituationen. Dazu zählen in
besonderem Maße Gesprächssituationen, die Wahrnehmung und der Umgang mit Schmerzäußerungen, das Überbringen einer Todesnachricht sowie die Information über eine geplante Organentnahme.

Zielgruppe

Der Workshop wendet sich an Ärztinnen/Ärzte und Pflegepersonal aus intensivmedizinischen
Abteilungen sowie an Klinische Psychologinnen/Psychologen, die in ihrem Berufsalltag verstärkt Menschen aus anderen Kulturen begegnen und ihre interkulturelle Kompetenz vertiefen wollen.

Teilnehmerzahl

max. 15 Personen

Teilnahmevoraussetzungen
Besuch der Kommunikationsseminare "Organspende – Das Gespräch mit den Angehörigen".
Die Zuteilung der Plätze erfolgt auf Basis des Prinzips "first come, first served".

Methoden

Die Vermittlung der Inhalte erfolgt über Vorträge, praxisbezogene Übungen und Rollenspiele, Erfahrungsaustausch, Einzel- und Gruppenarbeit, Diskussion im Plenum.
Eine ausführliche Dokumentation wird zur Verfügung gestellt.

Kosten

Teilnahme sowie Hotelunterbringung und Verpflegung ist für interessiertes Intensivpersonal
kostenlos. Getränkekosten können nicht übernommen werden.

Dauer

2 Seminartage (19 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten)
Beginn: Freitag, 16. September 2016, 10 - 19 Uhr
Ende: Samstag, 17. September 2016, 9 - 17 Uhr

Anerkennung
Für diese Fortbildungsveranstaltung vergibt die Österreichische Akademie der Ärzte 19 DFP-Punkte.
Wir weisen darauf hin, dass ohne Anmeldebestätigung keine ordnungsgemäße Anmeldung erfolgt ist und kein Anspruch auf etwaige entstandene Kosten besteht!

Tagungsort
Hotel Munde
Untermarktstraße 17 (Zentrum)
A-6410 Telfs

Leitung, Gestaltung und Durchführung
Irena Angelovski, Dipl. Pädagogin, komMedikus – Integration und Kommunikation in Klinik und Praxis, interkulturelle Trainerin, Krankenschwester
Barbara Schleicher, Mag. Dr., Soziologin, Journalistin, interkulturelle Trainerin,
Projektleiterin, Gesundheit Österreich GmbH / Geschäftsbereich ÖBIG

Information und Anmeldung
Mag. Dr. Barbara Schleicher, T: +43 1 515 61-179, E-Mail: barbara.schleicher@goeg.at
Thomas Kramar, T: +43 1 515 61-173, E-Mail: thomas.kramar@goeg.at

Aktuelles & Veranstaltungen

GÖG-Jahresbericht online. Der Jahresbericht 2015 der Gesundheit Österreich ist als PDF-Download verfügbar. mehrmehr



Aktuelles/Archivmehr
Veranstaltungen/Archivmehr