Interkulturelle Kompetenz auf der Intensivstation, 19.04.2013

Der Krankenhausalltag wird zunehmend internationaler, da immer mehr Mitarbeiter/innen und Patientinnen/Patienten aus unterschiedlichen Kulturkreisen kommen. Sie bringen andere Vorstellungen von Gesundheit, Krankheit und Tod mit. Damit stehen Ärzte und Pflegepersonal vor neuen Herausforderungen. Was im Krankenhausalltag im Allgemeinen gilt, gilt für die Intensivstation in besonderem Maße.

Fehlende Sprachkenntnisse, die Einbeziehung von Familienangehörigen als Übersetzer, zu viele Patientenbesuche, die das Krankenzimmer bevölkern, befremdliche Trauerreaktionen und Sterberituale können den reibungslosen Arbeitsablauf auf der Intensivstation, der ohnedies unter einem enormen Zeit- und Rationalisierungsdruck steht, erschweren. Die Angehörigen kosten also Zeit, »nerven« und können bei Ärzte- und Pflegepersonal zu Überforderung, Unwilligkeit und nicht zuletzt zu Aggressionen führen.

Für das Verständnis eigener und fremder kultureller Eigenheiten reichen guter Wille und Toleranz nicht aus. Interkulturelle Kompetenz als Schlüsselqualifikation, gepaart mit sozialen Fertigkeiten und einschlägigem Fachwissen, können zu einer verbesserten Kommunikation führen.

Interkulturelle Kompetenz ist erlernbar. Im Seminar werden die Grundlagen für professionelles Arbeiten in kulturellen Überschneidungssituationen gemeinsam erarbeitet.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollen für den Umgang mit kulturellen Unterschieden in der Patientenversorgung und Angehörigenbetreuung sensibilisiert werden. Aufgezeigt werden Handlungsmöglichkeiten für interkulturelle Situationen sowie Lösungsansätze in interkulturellen Konfliktsituationen. Dazu zählen in besonderem Maße Gesprächssituationen, die Wahrnehmung und der Umgang mit Schmerzäußerungen, das Überbringen einer Todesnachricht sowie die Information über eine geplante Organentnahme.

Zielgruppe: Ärztinnen/Ärzte und Pflegepersonal aus intensivmedizinischen Abteilungen sowie Klinische Psychologinnen/Psychologen, die in ihrem Berufsalltag verstärkt Menschen aus anderen Kulturen begegnen und ihre interkulturelle Kompetenz vertiefen wollen.
Teilnehmerzahl: max. 18 Personen
Teilnahmevoraussetzungen: Besuch der Kommunikationsseminare Modul 1 und 2 »Organspende – Das Gespräch mit den Angehörigen«.
Methoden: Die Vermittlung der Inhalte erfolgt über Vorträge, praxisbezogene Übungen/Rollenspiele, Erfahrungsaustausch, Einzel- und Gruppenarbeit, Diskussion im Plenum. Eine ausführliche Seminardokumentation wird zur Verfügung gestellt. 
Kosten: Die Teilnahme sowie Hotelunterbringung und Verpflegung ist für interessiertes Intensivpersonal kostenlos. Getränkekosten können nicht übernommen werden.
Dauer: 2 Seminartage (19 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten), Freitag, 19. April 2013, 10 Uhr, bis Samstag, 20. April 2013, 17 Uhr
Ort: Hotel Munde, Untermarktstraße 17, 6410 Telfs (Tirol)
Anerkennung: Für diese Fortbildungsveranstaltung vergibt die Österreichische Akademie der Ärzte 19 DFP-Punkte.

Leitung, Gestaltung und Durchführung:
Irena Angelovski,
Dipl. Pädagogin, Geschäftsführerin von komMedikus – Integration und Kommunikation in Klinik und Praxis, interkulturelle Trainerin, Krankenschwester
Barbara Schleicher, Mag. Dr., Soziologin, Journalistin, interkulturelle Trainerin, Projektkoordinatorin, Gesundheit Österreich GmbH / Geschäftsbereich ÖBIG

Information und Anmeldung:
Barbara Schleicher, Tel.: (01) 515 61-179
Menekse Yilmaz, Tel.: (01) 515 61-287

 

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