Gesundheitsökonomie

Ausgewählte Referenzprojekte


Budgetauswirkungsanalyse Tagesklinik Katarakt
Auftraggeber: BMG
Status: abgeschlossen
Kontakt: Ingrid Rosian Schikuta

Zur Realisierung der Finanz- und Versorgungsziele im Rahmen der aktuellen Reformbestrebungen im österreichischen Gesundheitssystem wird unter anderem eine Verlagerung bestimmter chirurgischer Eingriffe vom stationären in den tagesklinischen Bereich angestrebt. Zu den hierfür aus medizinischer Sicht in Frage kommenden Eingriffen zählt jedenfalls die Kataraktoperation. In Österreich stieg die Anzahl der Spitalsaufenthalte im Zuge einer Kataraktoperation in den letzten zehn Jahren von 50.476 (2001) auf 84.321 (2011). Gleichzeitig erhöhte sich auch der Anteil der tagesklinisch erbrachten Kataraktoperationen in den Krankenanstalten von 1 Prozent im Jahr 2001 auf 48 Prozent im Jahr 2011.

Mit einer Budgetauswirkungsanalyse errechnete die GÖG die ökonomischen Effekte einer stärkeren Verlagerung von Kataraktoperation aus dem stationären in den tagesklinischen Bereich und dies aus Sicht der öffentlichen Krankenanstalten. Unter der Annahme, dass der Anteil (die Inzidenz) der Kataraktoperationen je Altersgruppe und Geschlecht auf dem Niveau des Jahres 2011 konstant bleibt, während die tagesklinische Leistungserbringung im vollstationären Bereich wie auch in eigens eingerichteten, organisatorisch getrennten Tageskliniken ab dem Jahr 2013 schrittweise erhöht wird, ergibt die Budgetauswirkungsanalyse ein Kostendämpfungspotenzial im Jahr 2016 von 15,5 Millionen Euro bzw. kumuliert bis 2016 von rund 45 Millionen Euro (Preisbasis: 2011) für die öffentlichen Krankenanstalten.
Verlagerung von Kataraktoperationen in Tageskliniken (2013)Verlagerung von Kataraktoperationen in Tageskliniken (2013)


Cost/benefit analysis of self-care systems in the European Union

Auftraggeber: DG SANCO, Europäische Union
Status: abgeschlossen
Kontakt: Anna-Theresa Renner, Herwig Ostermann

Im Zuge der Projektarbeit wurden ausgehend von einer Bestandsaufnahme in Europa ausgewählte Selbstversorgungsinitiativen mit Schwerpunkt

(1) internet- oder telefonbasierte Informationsdienste,

(2) veränderte Erstattungsregimes für zuzahlungsbefreite Populationen („Minor Ailments Schemes“) sowie

(3) veränderte Verschreibungsregimes von Medikamenten („Independent Prescribing“) in Hinblick auf deren Kosten und Nutzen untersucht.

Die Kosten-/Nutzenanalyse aus unterschiedlichen Perspektiven ermöglichte es, Ausmaß und Richtung des Nettonutzens nach Patienten-, Anbieter-, Zahler- sowie gesellschaftlicher Dimension differenziert zu eruieren.

Es konnte festgestellt werden, dass alle Initiativen insbesondere aus Patientensicht einen höheren Nutzen für Patienten/Patientinnen auf Grund von Zeiteinsparungen iZm vermiedenen Arztkontakten erwarten lassen, wobei der Nutzen auch die gegebenenfalls höheren Selbstzahlungen für Medikamente übertrifft (keine höheren Selbstzahlungen bei sog. „Minor Ailment Schemes“). Aus Sicht der Anbieter kommt es bei ambulanten Gesundheitsversorgern zu einem negativen Nettonutzen aufgrund entfallen-der Einnahmen, die – neben zum Teil entfallender Erstattung für eine geringere Anzahl verschriebener Medikamente – als Nutzen aus Zahlerperspektive verbucht werden. Sofern keine Abgeltung für erhöhten Beratungsaufwand bei der Medikamentenabgabe vorgesehen ist, kommt es auch auf Ebene der Apotheken zu einem erhöhten Aufwand und damit negativen Nettonutzen. Inwiefern ein gesellschaftlicher Nettonutzen erzielt werden kann, hängt dann in weiterer Folge von den Kosten des laufenden Betriebs von Selbstversorgungsinitiativen ab, die im Regelfall durch die Zahler/innen unmittelbar übernommen werden.


Effects of day surgery units on hospital efficiency in Austria

Forschungsprojekt im Rahmen einer Masterthesis
Status: abgeschlossen
Kontakt: Julia Bobek

Die Verlagerung bestimmter chirurgischer Eingriffe vom stationären in den tagesklinischen Bereich ist eine Maßnahme, um Finanz- und Versorgungsziele der aktuellen Reformbestrebungen im österreichischen Gesundheitssystem zu realisieren. Diesbezüglich interessiert inwieweit Tagesklinik-Einheiten zur Effizienz der öffentlichen Krankenanstalten beitragen können. In einer Effizienzanalyse mittels Data Envelopment Analysis (DEA) wurde dieser Frage anhand von Patientenparametern sowie LKF-Parametern nachgegangen.

Es wurde festgestellt, dass Tagesklinik-Einheiten zu signifikant höherer Effizienz von Schwerpunktkrankenanstalten beitragen (P=0,022). Ferner wurde mittels Regressionsanalyse ermittelt, dass Tagesklinik-Einheiten konservativer bzw. chirurgischer Disziplinen wie etwa Einheiten für Interne, Chirurgie bzw. Augenheilkunde tendenziell ebenfalls zur Effizienz von öffentlichen Krankenanstalten beitragen. Hingegen haben psychiatrische und interdisziplinäre Tagesklinik-Einheiten tendenziell einen negativen Einfluss auf die Effizienz von Krankenanstalten.


Arbeiten zum Ausgabendämpfungspfad und zur Finanzzielsteuerung
Auftraggeber: BMG
Status: abgeschlossen
Kontakt: Florian Bachner, Claudia Habl, Herwig Ostermann

Arbeiten betrafen insbesondere ökonometrische Zeitreihenmodelle und Effizienzanalysen (zum Teil in Zusammenarbeit mit IHS, WIFO, Mitgliedern der AG Ausgabendämpfung und mit Krankenversicherungsträgern wie der VAEB), die das Etablieren des gemeinsamen
(Finanz-)Zielsteuerungssystems methodisch und konzeptuell unterstützen und beobachten. Umgesetzt wurden ein:

  • Tool, um öffentliche Gesundheitsausgaben von 2011 bis 2020 mit Interventionen und Konsequenzen in unterschiedlichen Prognosemodellen zu veranschaulichen; ein

  • Kompendium mit Effizienzpotenzialen im österreichischen Gesundheitswesen; eine Darstellung von Einzelmaßnahmen nach kurz- und mittelfristigen Effekten
    (Zielhorizont 2016); das

  • Ableiten von unmittelbar steuerungs-wirksamen und steuerbaren Gesundheitsausgaben aus den bestehenden Dokumentationssystemen („zielsteuerungsrelevante Gesundheitsausgaben“).


Ökonometrische Analyse der Versorgungsstrukturen in Österreich
Auftraggeber: BMG
Status: abgeschlossen
Kontakt: Katharina Habimana, Anna-Theresa Renner

Regional unterschiedliche wie auch wenig homogene Strukturen kennzeichnen die österreichische Versorgungslandschaft. Heterogene Versorgungssituationen vor Ort erlauben nicht zuletzt aufgrund intransparenter Datenlagen kaum Aussagen zur (ökonomischen) Effizienz der Versorgung. Aus diesem Grund wurde an Hand einer ökonometrischen Zeitreihenanalyse (multivariate Regressionsanalyse mit „fixed effects“) geprüft, wie die Versorgung mit Gesundheitsleistungen die fernere Lebenserwartung ab 65 Jahren beeinflusst.

Die ersten Ergebnisse der Arbeit deuten darauf hin, dass sich die Versorgung in allen drei Versorgungsstufen insgesamt (Primärversorgung, ambulante spezialisierte Versorgung sowie stationäre Versorgung) signifikant positiv auf die Lebenserwartung über 65 Jahre auswirkt, selbst wenn zeitkonstante Faktoren und soziodemografische und strukturelle Variablen überprüft werden. In den einzelnen Versorgungsstufen findet sich allerdings keine statistische Signifikanz für die jeweilige Versorgung. Die Frage nach allfälligen Substitutionseffekten zwischen den Versorgungsstufen bzw. einer möglichen optimalen Schichtung letzterer bleibt daher noch unbeantwortet. Der beobachtete Zusammenhang liefert dennoch Ansatzpunkt für weitere ökonometrische Analysen, wobei es zielführend erscheint, weitere – auch in Hinblick auf die Versorgung mit Gesundheitsleistungen sensitivere – Outcomefaktoren wie etwa die dem Gesundheitssystem zurechenbare Sterblichkeit in die Betrachtung zu integrieren.





Aktuelles & Veranstaltungen

GÖG-Colloquium "Cracked not Broken". Einladung mehrmehr


Evaluierung Brustkrebs-Früherkennungsprogramm. erschienen mehrmehr


GÖG-Colloquium, "Sex, Gender und Gesundheit". 20. März 2017, Nachlese mehrmehr


Österreichische Diabetes-Strategie. Online-Konsultation zu Handlungsempfehlungen aus sechs Wirkungszielen mehrmehr


Relaunch. Medizinprodukteregister in neuem Gewand. mehrmehr


Broschüre zum Gesundheitswesen. Neuauflage: Information zum österreichischen Gesundheitssystem. mehrmehr


EU-Preisvergleich von kostenintensiven Arzneispezialitäten 2015. Medikamentenpreisvergleich mehrmehr


Einladung zur 4. Fachtagung der Kinder- und Jugendgesundheitsstrategie. mehrmehr


Präsentation der österreichischen Diabetes-Strategie. mehrmehr


25th International Conference on Health Promoting Hospitals and Health Services. 12.-14. April 2017, Wien mehrmehr


Projektabschluss JA-CHRODIS . mehrmehr



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