Gesundheitsökonomie

Ausgewählte Referenzprojekte


Pharma-Preisinformation
Auftraggeber: BMG, externe Auftraggeber
Status: laufend
Kontakt: Bettina Schmickl, Sabine Vogler

Arzneimittel bilden traditionell eines der am stärksten wachsenden Ausgabensegmente der öffentlichen Hand. Wichtiges Element zur Preiskontrolle ist die EU-Durchschnittspreisregelung laut § 351c Abs. 6 ASVG. Aufgrund der Durchführungsverordnung stellt die beim Gesundheitsressort angesiedelte Preiskommission den EU-Durchschnittspreis fest, wozu sie das PPI-Service an der GÖG konsultiert.

Gemäß GÖG-Gesetz ist die "Durchführung internationaler Arzneimittelpreisvergleiche und -analysen als Unterstützung der Preiskommission bei der Ermittlung des EU-Durchschnittspreises eine grundlegende, gesetzliche definierte Aufgabe der GÖG.
Gegen Entgelt liefert der PPI-Service Preisinformationen und Analysen an diverse Kunden aus der Wirtschaft (Pharmaunternehmen, nationale und internationale Institutionen). Rasche, zuverlässige und unabhängige Informationen über Fabriksabgabepreis, Apothekeneinkaufspreis, Apothekenverkaufspreis netto und brutto in allen 28 EU-Mitgliedstaaten, Norwegen und der Schweiz sind erhältlich.

Anhand der PPI-Preisdaten führt die GÖG regelmäßig Analysen durch und schult Behörden in der Anwendung von Preisanalysen. Aufgrund ihrer Expertise ist die GÖG Gründungsmitglied und im Leitungsteam der europäischen Arzneimittelpreisdatenbank Euripid.

bullet_pfeil.gif PPI-Service Preisinformationen


Vogler, Schneider, Zimmermann (2016): Preisvergleich kostenintensiver Arzneimittel 2015 - Kurzbericht. Im Auftrag des BMGF. ISBN 978-3-85159-205-4
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Vogler, Schneider, Zimmermann (2016): Preisvergleich kostenintensiver Arzneimittel 2015. Im Auftrag des BMGF. ISBN 978-3-85159-203-0
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Vogler S, Kilpatrick K, Babar Z-U-D (2015) Analysis of Medicine Prices in New Zealand and 16 European Countries. Value in Health 18 (4)

Vogler, Sabine; Zimmermann, Nina; Habl, Claudia (2014): Kostenintensive Arzneispezialitäten im europäischen Preisvergleich. Im Auftrag des BMG. ISBN 13 978-3-85159-190-3.
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Leopold C, Mantel-Teeuwisse AK, Vogler S, de Joncheere K, Laing RO, Leufkens HGM. (2013): Is Europe still heading to a common price level for on-patent medicines? An exploratory study among 15 Western European countries. Health Policy 112(3): 209-216.
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Pharmaceutical Pricing and Reimbursement Information (PPRI)
Auftraggeber: BMG
Status: laufend
Kontakt: Sabine Vogler

Die GÖG leitet das Behördennetzwerk Pharmaceutical Pricing and Reimbursement Information (PPRI). Dieses Netzwerk wurde im Rahmen eines gleichnamigen EU-Forschungsprojekts (2005-2007) ins Leben gerufen und wird auf Wunsch der darin vertretenen Behörden als selbstorganisierte Initiative weitergeführt, um den Erfahrungsaustausch der mit Arzneimittelpreisbildung und -erstattung befassten Behörden fortzusetzen.

Per Juni 2015 umfasst das PPRI-Netzwerk rund 80 Institutionen aus 45 Ländern (alle 28 EU-Mitgliedstaaten, plus Albanien, Armenien, Belarus, Kanada, Mazedonien, Moldau, Norwegen, Island, Israel, Kirgisistan, Russland, Schweiz, Serbien, Südafrika, Südkorea, Türkei und Ukraine) sowie Generaldirektionen und Agenturen der Europäischen Kommission, OECD, WHO und Weltbank. Beitrittsberechtigt sind nur zuständige Behörden. Die PPRI-Geschäftsstelle ist an der GÖG angesiedelt.

Im Laufe der Jahre erstellten die PPRI-Netzwerkteilnehmer/innen eine Reihe von Länderberichten und Postern zu nationalen Arzneimittelsystemen.

Anlässlich des zehnjährigen PPRI-Jubiläums wird im Oktober 2015 zum dritten Mal eine internationale PPRI-Konferenz in Wien organisiert.
Ein weiteres EU-Projekt, Pharmaceutical Health Information System (PHIS), baute auf PPRI-Wissen zum stationären Sektor näher auf. Das von 2008 bis 2010 laufende PHIS-Projekt untersuchte das Arzneimittelmanagement in Krankenanstalten und erhob rabattierte „Echtpreise" von Arzneimitteln in 25 Krankenanstalten.

bullet_pfeil.gif Mitgliederorganisationen des PPRI-Netzwerks

Vogler S, Leopold C, Zimmermann N, Habl C, de Joncheere K. The Pharmaceutical Pricing and Reimbursement Information (PPRI) initiative–experiences from engaging with pharmaceutical policy makers. Health Policy and Technology. 2014;3(2):139–48.
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Vogler, S., Schmickl, B., Zimmermann, N. (2013): Short PPRI / PHIS Pharma Profile Austria 2013. Pharmaceutical Pricing and Reimbursement Information (PPRI) / Pharmaceutical Health Information System (PHIS).
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Vogler, S., Habl, C., Leopold, C., Morak, S., Mazag, J., Zimmermann, N. (2010): PHIS Hospital Pharma Report . May; Pharmaceutical Health Information System; Commissioned by the Executive Agency for Health and Consumers and the Austrian Federal Ministry of Health.
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Vogler, S., Habl, C., Leopold, C., Rosian-Schikuta, I., de Joncheere, K., Lyager Thomsen, T. (2008): PPRI Report. Commissioned by the European Commission, Directorate-General Health and Consumer Protection and Austrian Federal Ministry of Health, Family and Youth.
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Nennung als nachhaltiges EU-Projekt: Executive Agency of Health and Consumers (EAHC) (2011): EU Health Programme: working together to improve public health in Europe – A selection of Public Health Projects with an important impact for EU Member States”. In collaboration with the Health Programme’s National Focal Points (NFP) and the Directorate General for Health and Consumers (DG SANCO).
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WHO-Kooperationszentrum für Arzneimittelpreisbildung und -erstattung

Ernennung durch die Weltgesundheitsorganisation in Abstimmung mit dem BMG
Status: laufend (bis 2018)
Kontakt: Sabine Vogler

An der GÖG wurde im Laufe von fast zwei Jahrzehnten Wissen generiert, wie trotz knapper Mittel der Zugang zu leistbaren Medikamenten verbessert werden kann. Um dieses Know-how für weitere Länder und Regionen nutzbar zu machen, richtete die WHO im Juli 2010 ein Kooperationszentrum für Arzneimittelpreisbildung und -erstattung an der GHÖ-Abteilung ein. Im Juni 2014 wurde das WHO-Kooperationszentrum für weitere vier Jahre bestellt.

Das Kooperationszentrum leistet u. a. mit Netzwerktreffen und Trainings für Behördenvertreter/innen aus anderen Ländern den Wissenstransfer. So führten Mitarbeiter/innen des WHO-Kooperationszentrums Schulungen für Behördenvertreter/innen aus Aserbaidschan, Kasachstan, Malaysia, Ukraine und Zypern durch und unternehmen so-genannte Missionen im Auftrag der WHO nach Mazedonien und Rumänien, um die dortigen Behörden zu beraten. Die Website des WHO-Kooperationszentrums dient als die Plattform für Informationen zur Arzneimittelpreisbildung und –erstattung. Inhaltliche Schwerpunkte liegen auf Arzneimittelpreisen (Preisvergleiche und -analysen), nationalen Systemberichten für Arzneimittelpreisbildung und -erstattung, Indikatorenentwicklung und dem Etablieren einer gemeinsamen Pharma-Sprache (Glossar) weltweit. Die Mitarbeiter/innen wirkten an WHO-Leuchtturmberichten wie dem „Priority Medicines Report“ und dem Review über „Access to New Medicines in Europe“ mit.

Mit der Einrichtung des WHO-Kooperationszentrums, des erst dritten WHO-Kooperationszentrums in Österreich, wurde die GÖG als führendes Forschungszentrum im Bereich Arzneimittelpreisbildung und -erstattung international etabliert. Die WHO setzte damit ein deutliches Zeichen, dass die in Österreich geleisteten Arbeiten zur Optimierung von Arzneimittelsystemen und damit zum Wohle der Patientinnen und Patienten in Zukunft fortgeführt und das Wissen in weitere Länder und Regionen „exportiert“ werden soll.

bullet_pfeil.gif WHO-Kooperationszentrum

Bouvy, J., Vogler, S. (2013): Priority Medicine Report. Background Paper 8.3. Pricing and Reimbursement Policies: Impacts on Innovation. In: Kaplan W, Wirtz V, Mantel Teuwisse A, Laing R: Priority medicines for Europe and the world - 2013 update. WHO.
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WHO (2015): Access to new medicines in Europe: technical review of policy initiatives and opportunities for collaboration and research. WHO Regional Office for Europe.
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Policy mix for the reimbursement of medicines

Auftraggeber: Europäische Kommission: Europäische Agentur für Konsumenten- und Verbrau-cherschutz (CHAFEA) in Abstimmung mit der Generaldirektion Gesundheit und Generaldirekti-on Wachstum
Status: abgeschlossen
Kontakt: Nina Zimmermann, Sabine Vogler

Die europäischen Mitgliedstaaten versuchen mit einer Reihe von Maßnahmen der Arzneimittelpolitik zum Teil widersprüchliche Ziele - wie gleicher und fairer Zugang zu Medikamenten, nachhaltige Sicherung der Finanzierung und Förderung von Innovation - zu erreichen. Im EU-Projekt wurden die von verschiedenen Akteuren geäußerten Präferenzen zu Zielen und Maßnahmen der Arzneimittelpolitik erhoben, um daraus ein „optimales“ Maßnahmenpaket entwickeln zu können.

Mit einem Online-Fragebogen wurden Akteure (Behörden/Zahler, Industrie, Patientinnen/Patienten, Konsumentinnen/Konsumenten, Apotheker/innen, Ärzteschaft) in 28 EU-Mitgliedstaaten zu Maßnahmen und Zielen befragt. Ergebnisse wurden mit MCDA-Methodik (Multi-Criteria Decision Analysis) ausgewertet.

Zentrale Ergebnisse:

  • Fairer Zugang zu Arzneimitteln wurde quer über alle Stakeholder-Gruppen als prioritäres Politikziel gesehen, gefolgt von nachhaltiger Finanzierung
  • Präferierte Maßnahmen aus Sicht der Akteure waren pharmaökonomische Evaluationen, „Value-Based Pricing“ und ein transparenter Erstattungsprozess
  • Die allgemein gängige Preisstrategie der internationalen Preisvergleiche („External Price Referencing“) sahen alle Akteure als nicht geeignete Maßnahme, um die präferierten Ziele zu erreichen; Preisdiskriminierung („Differential Pricing“) wurden von den Akteuren unterschiedlich bewertet.


Im Frühjahr 2014 publizierte die Europäische Kommission den Bericht auf ihrer Website. Im Laufe des Jahres 2014 fanden mehrere Disseminierungsaktivitäten (Vorträge, z. B. beim European Health Forum Gastein, bei Treffen von Behördennetzwerken) zu der Studie statt.

Vogler, Sabine; Zimmermann, Nina; Habimana, Katharina (2014): Study of the policy mix for the reimbursement of medicinal products. Proposal for a best practice-based approach based on stakeholder assessment. Im Auftrag der Europäischen Kommission.
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Bundesverwaltungsgericht
Am 1. 1. 2014 übernahm das Bundesverwaltungsgericht die Tätigkeiten der Unabhängigen Heilmittelkommission (UKH) als Berufungsinstanz für pharmazeutische Unternehmen gegen Entscheidungen des Hauptverbands im Zusammenhang mit der Aufnahme von Arzneimitteln in den Erstattungskodex für den niedergelassenen Bereich in Verfahren nach dem ASVG (Erstattungskodex).

Expertinnen des Programms „Pharmaökonomie und Arzneimittelsystemforschung“ wurden als fachkundige Laienrichterinnen für das BVwG im Bereich § 351i ASVG Erstattungskodex für den Zeitraum 1.Jänner 2014 bis 31. Dezember 2019 ernannt.

Auswirkungen der Regulierung und Deregulierung im Apothekenwesen in europäischen Ländern
Auftraggeber: Dänische Apothekerkammer (Danmarks Apotekerforening)
Status: abgeschlossen
Kontakt: Sabine Vogler

Die Studie ging der Frage nach, ob und gegebenenfalls wie sehr Regulierung im Apothekensektor den Zugang zu Arzneimitteln, die Qualität der apothekerlichen Leistungen und die Volkswirtschaft beeinflusst. Dazu wurden neun Länder – fünf mit liberalisiertem Apothekenwesen (England, Irland, die Niederlande, Norwegen, Schweden) und vier mit reguliertem Apothekensektor (Dänemark, Finnland, Österreich, Spanien) - untersucht.

Ergebnisse: In deregulierten Ländern stieg die Anzahl an Apotheken und neu zugelassenen Abgabestellen für rezeptfreie Arzneimittel nach der Liberalisierung, allerdings nur an attraktiven Standorten in den Städten. Die Versorgung am Land verbesserte sich trotz expliziter monetärer Anreize nicht. Die Qualität apothekerlicher Leistungen erscheint in allen Ländern, unabhängig vom Ausmaß der Regulierung, adäquat. Der Verkauf (in Apotheken) von rezeptfreien Arzneimitteln und Produkten, die keine Arzneimittel sind, spielt in allen, insbesondere aber in den deregulierten Ländern zunehmend eine Rolle. Es konnte kein Zusammenhang zwischen dem Ausmaß der Regulierung und den (öffentlichen) Arzneimittel-ausgaben bzw. den Arzneimittelpreisen festgestellt werden.

Dieser Studie ging 2006 eine Studie im Auftrag der europäischen Apothekerkammer PGEU über eine ähnliche Fragestellung voraus.

Vogler, S., Arts, D., Habl, C. (2005): Community Pharmacy in Europe. Lessons from deregulation - case studies
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Vogler, S., Arts, D., Sandberger, K. (2012): Impact of pharmacy deregulation and regulation in European countries.
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Vogler, Sabine; Habimana, Katharina; Arts, Danielle (2014): Does deregulation in community pharmacy impact accessibility of medicines, quality of pharmacy services and costs? Evidence from nine European countries. Health Policy 117 (3):311-327. doi:http://dx.doi.org/10.1016/j.healthpol.2014.06.001.
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