Glossar

Begriffe in Erläuterungen

D

Diabetes mellitus
Diabetes mellitus ist der medizinische Begriff für Zuckerkrankheit. WHO (seit 1998) und Deutsche-Diabetes-Gesellschaft (seit 2000) definieren die Erkrankung folgendermaßen: Typ-1-Diabetes-mellitus: absoluter Insulinmangel aufgrund meist autoimmunologisch bedingter Zerstörung der Inselzellen des Pankreas (früher Jugenddiabetes genannt); Typ-1a: immunologisch vermittelte Form; Typ-1b: idiopathische Form; Typ-2-Diabetes-mellitus: Insulinresistenz (Hyperinsulinismus) - dadurch relativer Insulinmangel, in der Folge nachlassende (versagende) Insulinproduktion, oft in Zusammenhang mit Übergewicht und Metabolischem Syndrom (früher Altersdiabetes genannt). Typ-3-Diabetes-mellitus: alle anderen spezifischen Formen; Typ-4-Diabetes-mellitus: Schwangerschaftsdiabetes.

Disease Management
Der Begriff „Disease Management" stammt aus den USA und bezeichnet ein integratives Konzept, das alle Elemente zur optimalen Behandlung einer Krankheit unter Beachtung medizinischer und ökonomischer Gesichtspunkte zusammenführt. Es handelt sich somit um ein ganzheitliches Instrument, mit dem Behandlung und Betreuung insbesondere bei chronischen Krankheiten gesteuert werden. Im Idealfall begleitet eine DMP-Ärztin / ein DMP-Arzt als Disease Manager die Patientin und den Patienten funktions- und leistungsübergreifend über den gesamten Krankheitszyklus hinweg, angefangen von der Prävention über die Therapie bis zur Nachsorge.

DMFT-Index
Index zur Feststellung des Kariesbefalls einer Bevölkerungs(gruppe). Der Index ergibt sich aus der Summe der kariösen (D = decayed), fehlenden (M = missing) und gefüllten (F = filled) Zähne (T = teeth) pro Person. Da Weisheitszähne üblicherweise nicht berücksichtigt werden, ist der maximal mögliche Wert 28.

E

Effizienz
Als effizient wird jene Alternative bezeichnet, die bei einem vorgegebenen Mitteleinsatz den höchsten Zielerreichungsgrad erlangt oder die bei einem vorgegebenen Ziel die geringsten Mittel benötigt (Minimal- bzw. Maximalprinzip). Im Gegensatz zur Effektivität beinhaltet Effizienz die Gegenüberstellung von Kosten (Mitteleinsatz) und Nutzen (medizinischer Output).

Epidemiologie
Epidemiologie ist die Lehre von der Häufigkeit und geografischen Verteilung von Krankheiten und damit ein Teilgebiet der Medizin. Ursachen und Risikofaktoren von Krankheiten in bestimmten Bevölkerungsgruppen und im Vergleich zur Gesamtbevölkerung oder tierischen bzw. pflanzlichen Populationen werden betrachtet. Der zeitliche Verlauf von Krankheiten und soziale wie finanzielle Folgen werden untersucht. Die Epidemiologie bewertet diagnostische Methoden und Vorbeugemaßnahmen. Sie stellt ihre Ergebnisse statistisch dar und ist daher nicht scharf von der medizinischen Statistik zu trennen.

G

Generikasubstitution
Verschreibung bzw. Abgabe eines Generikums statt des Originalpräparates.

Generikum
Generika sind Arzneimittel, die Wirkstoffe enthalten, die keinem Patent mehr unterliegen. Nach Ablauf des Patentschutzes darf der Wirkstoff, der im Originalpräparat enthalten ist, unter einer anderen Bezeichnung erzeugt und verkauft werden.

Goldstandard
Das zum gegebenen Zeitpunkt beste und zuverlässigste Verfahren.

Guidelines
Allgemeine Verhaltens- und Vorgehensrichtlinien zur Festlegung einheitlicher Therapiegrundsätze oder methodischer Mindeststandards, z. B. für ökonomische Evaluationen von Gesundheitsleistungen. Guidelines haben in der Regel freiwilligen Charakter und weisen bei der Anwendung einen Spielraum auf.

H

Health Technology Assessment
Prozess zur Aufarbeitung von wissenschaftlichen Erkenntnissen hinsichtlich der Bewertung medizinischer Verfahren, Strukturen und Technologien in einer auch dem Nicht-Wissenschaftler verständlichen Sprache. Die Bewertung schließt dabei medizinische, ökonomische, ethische, soziale und juristische Aspekte ein.

I

Impfstatus
Sagt aus, welche Impfungen durchgeführt wurden und welche nicht

Inzidenz
Epidemiologsiches Maß für die Anzahl neuer Krankheitsfälle bzw. neu erkrankter Patientinnen und Patienten in einer Population innerhalb einer vorgegebenen Zeitspanne

Inzidenzrate
Anzahl der Personen mit Neuerkrankung pro Zeiteinheit im Verhältnis zur Anzahl der exponierten Personen

K

Kohortenstudie
Nach vom Studienleiter festgelegten Kriterien werden die Patienten in zwei Gruppen eingeteilt (z. B. Patienten, die sich der Therapie unterziehen und Patienten, die die Therapie nicht machen)

Koronare Herzkrankheit
Die koronare Herzkrankheit (KHK) ist eine Erkrankung der Herzkranzgefäße durch Arterienverkalkung und Einengung. Bei höhergradigen Einengungen resultiert durch mangelnde Durchblutung ein Missverhältnis zwischen Sauerstoffbedarf und Sauer-stoffangebot in der Herzmuskulatur. Die KHK ist in den Industrieländern die häufigste Todesursache durch den so genannten Herzinfarkt

Kosten-Wirksamkeits-Analyse
Es werden die Kosten in monetären Einheiten dem Nutzen in nichtmonetären Einheiten gegenübergestellt (auch Kosten-Effektivitäts-Analyse genannt). Um nichtmonetäre Einheiten darzustellen, kommen je nach Einsatzgebiet verschiedene Ansätze (gerettete Leben, gewonnene Lebensjahre …) zur Anwendung

Krankenhaushäufigkeit
Aufnahmen pro 100.000 Einwohner einer Region (bezogen auf ein Jahr, alters- und geschlechtsstandardisiert)

Krankheitskostenanalyse
Sozioökonomische Untersuchung, die eine Analyse der ökonomischen Auswirkungen einer Erkrankung umfasst. Es sollen alle Kostenfaktoren erfasst werden, die im Rahmen dieser Erkrankungen entstehen. Keine vergleichenden Untersuchungen, deshalb handelt es sich um eine partielle ökonomische Evaluation

L

Läsion
Schädigung, Verletzung, Störung

M

Morbidität
Krankheitshäufigkeit, Anzahl von Erkrankungen innerhalb einer Population

Mortalität
Sterblichkeit. Sterbe- bzw. Mortalitätsziffer: das Verhältnis der Anzahl der Sterbefälle zum Durchschnittsbestand der Population

N

Niederschwellig
Es sind keine besonderen Voraussetzungen oder Verpflichtungen für die Inanspruchnahme eines Angebotes notwendig

O

Originale Substitution
Die vom Apotheker / von der Apothekerin vorgenommene Abgabe eines wirkstoffgleichen Produktes (häufig ein Generikum) mit identischer Dosierung und Darreichungsform anstelle des ärztlich verordneten Arzneimittels (häufig ein Originalpräparat)

P

Polytoxikomaner Drogenkonsum
(Gleichzeitiger) Konsum von unterschiedlichen Drogen

Prävalenz
Anzahl der Erkrankungsfälle einer bestimmten Krankheit bzw. Häufigkeit eines bestimmten Merkmals zu einem bestimmten Zeitpunkt (Punktprävalenz) oder innerhalb einer bestimmten Zeitperiode (Periodenprävalenz)

R

Regressionsstudien
Studien die die Regression, das heißt, den Rückgang von bestimmten Ereignissen, untersuchen

S

Stakeholder
Personen, die ein Interesse am jeweiligen Projekt haben oder in irgendeiner Weise davon betroffen sind