Im Rahmen der jährlichen Fachtagung der ÖBIG-Koordinationsstelle präsentierte Dr. Andrea Bodenwinkler die Ergebnisse der Zahnstatuserhebung bei Achtzehnjährigen aus dem Jahr 2003. Die Präsentation kann hier heruntergeladen werden.
Aktuelle Ergebnisse und Vergleich zu 1998
Die WHO gibt den Achtzehnjährigen als Hauptziel vor, noch keinen Zahn wegen Karies verloren zu haben (MT = 0) und zumindest vier Sextanten mit völlig gesundem Zahnfleisch aufzuweisen. Die untersuchten jungen Frauen und Männer erfüllen die Vorgabe der WHO beinahe heute schon. Den Achtzehnjährigen fehlen im Durchschnitt rund 0,1 Zähne (MT = 0,09), und sie besitzen durchschnittlich ca. fünf parodontal völlig gesunde Sextanten.
Seit der letzten Erhebung bei den Achtzehnjährigen im Jahre 1998 sank die Kariesprävalenz um 21 Prozent. Dabei fiel der D3MFT-Index (Zahl der kariösen, wegen Karies gezogenen oder gefüllten Zähne) von ursprünglich 5,5 (im Jahre 1998) auf 4,4. Erfreulicherweise erhöhte sich in der Untersuchung 2003 auch der Anteil kariesfreier Personen von 16 Prozent auf 19 Prozent, wohingegen der Anteil der behandlungsbedürftigen jungen Menschen von 20 Prozent auf 17 Prozent sank. Die Daten der Untersuchung 2003 zeigen auch, dass der Sanierungsgrad noch geringfügig stieg (von 92 % auf 93 %). Die achtzehnjährigen Österreicherinnen und Österreicher schneiden auch im europäischen Vergleich gut ab.
Infolge eines jährlichen Kariesrückgangs von durchschnittlich ca. fünf Prozent zwischen den Jahren 1998 und 2003 erreicht Österreich nun annähernd dasselbe orale Gesundheitsniveau wie die skandinavischen Länder, die bereits seit Jahrzehnten hinsichtlich Zahngesundheit in Europa führend sind. Norwegen verzeichnete zwischen 1985 und 2000 bei den Achtzehnjährigen eine durchschnittliche jährliche Kariesreduktion von drei Prozent.
Diese positive Entwicklung darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass eine immer kleiner werdende Gruppe von Menschen mit teilweise sehr kranken Gebissen lebt; bei den untersuchten Achtzehnjährigen konzentrieren sich zwei Drittel des gesamten Kariesaufkommens auf ein Viertel der Probanden. Betroffen sind vorwiegend Personen aus sozial benachteiligten Schichten, wobei sich die Schere zwischen den zahngesunden und den an Karies leidenden Personen immer weiter öffnet.
Die Ergebnisse der Zahnstatuserhebung 2003 zeigen, dass die Zähne der jungen Menschen stetig gesünder werden. Ansporn genug, den Weg einer präventionsorientierten Zahnheilkunde in Richtung Zahnerhalt vor Zahnersatz weiter zu verfolgen.
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