Seit Anfang 1991 ist das Ausüben folgender Berufe gesetzlich geregelt: Psychotherapie, Klinische Psychologie und Gesundheitspsychologie. Die GÖG/ÖBIG erstellt im Auftrag des BMGFJ die vorliegende Studie, die sich mit der Statistik zur Entwicklung der Berufsgruppen und den wichtigsten Kennzahlen dieser drei Berufsgruppen befasst. Der Bericht ermöglicht zum einen die Bewertung der Versorgungssituation hinsichtlich der Flächendeckung und liefert zum anderen Grundlagen für eine Prognose zur Entwicklung der Zahl berufsberechtigter Personen.
Mit Stichtag 31. 12. 2007 sind 6.442 Personen in der Psychotherapeutenliste eingetragen, rund zwei Drittel davon sind Frauen. Da mehr Frauen eine Psychotherapieausbildung absolvieren, wird sich ihr Anteil in den nächsten Jahren voraussichtlich auf 75 Prozent erhöhen. Das psychotherapeutische Angebot konzentriert sich auf die städtischen Gebiete und hier wiederum vor allem auf die größeren Städte und deren Umland. In einigen ländlichen Regionen ist von einer Unterversorgung auszugehen. Der Anteil der ausschließlich in freier Praxis tätigen Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten nimmt seit etwa zehn Jahren kontinuierlich zu und liegt derzeit bei über fünfzig Prozent.
Die Anzahl der klinischen Psychologinnen und Psychologen hat sich seit 1991 um mehr als das Fünfzehnfache erhöht und beträgt derzeit 5.456 Personen (Stichtag: 31. 12. 2007). Hält das starke Wachstum der vergangenen Jahre an, wird in absehbarer Zeit die Anzahl der klinischen Psychologinnen und Psychologen jene der Psychotherapeutinnen und -therapeuten übersteigen.
In der Regel sind klinische Psychologinnen und Psychologen mehrfach qualifiziert: 96,4 Prozent sind auch Gesundheitspsychologinnen bzw. -psychologen, rund 34 Prozent auch Psychotherapeutinnen bzw. -therapeuten. Wien und Salzburg sind die am besten mit klinischen Psychologinnen und Psychologen versorgten Bundesländer.
Über die geringste Anzahl an klinischen Psychologinnen und Psychologen verfügen nach wie vor das Burgenland, Niederösterreich und Oberösterreich. Der Großteil der klinischen Psychologinnen und Psychologen arbeitet im städtischen Bereich. In ländlichen Regionen existiert zum Teil ein sehr geringes Angebot. Ebenso wie im Bereich der Psychotherapie ist bei den klinischen Psychologinnen und Psychologen zu beobachten, dass der Anteil der ausschließlich freiberuflich Tätigen kontinuierlich ansteigt.
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