Grundlagenarbeit zur Entwicklung eines nationalen Krebsprogrammes
Die Ergebnisse einer vergleichenden Literaturrecherche zu bereits bestehenden nationalen Krebsprogrammen in sechs europäischen und zwei nichteuropäischen Ländern sollen zum besseren Verständnis unterschiedlicher nationaler Krebsprogramme beitragen. Diese Studie dient Entscheidungsträgern hinsichtlich Planung und Entwicklung eines österreichischen Krebsprogramms als Argumentations- und Diskussionsgrundlage.
Entwicklung und Inhalte der nationalen Krebsprogramme
Bereits Anfang der 1990er Jahre wurde mit der Planung und Entwicklung nationaler Krebsprogramme begonnen. In einigen Ländern werden derzeit bereits die zweiten nationalen Krebsprogramme implementiert. Hauptinitiator und Auftraggeber für die Entwicklung nationaler Krebsprogramme sind die Gesundheitsministerien, wobei in allen Ländern großer Wert auf die Partizipation sämtlicher Stakeholder gelegt wird.
Alle Länder setzen in ihren nationalen Krebsprogrammen übergeordnete Ziele fest (beispielsweise die Reduktion der Krebsmortalität). Auf operativer Ebene definieren Prioritäten das gesamte Kontinuum der Krebsversorgung, also alle Angebote von der Prävention bis zur palliativen Versorgung. Zusätzliche Themenbereiche sind u. a. Patientenorientierung, Forschung sowie Verbesserung der Datengrundlagen. Die definierten Prioritäten werden mit Zielen, Umsetzungsmaßnahmen und zum Teil mit Indikatoren, Zielwerten und Zielerreichungszeitpunkten hinterlegt.
In allen untersuchten Ländern geht die schrittweise Implementierung und Umsetzung der nationalen Krebsprogramme mit einer regelmäßigen Berichterstattung einher. In den Ländern, die bereits ein zweites nationales Krebsprogramm entwickelten bzw. entwickeln, bildet die Evaluation des vorangegangenen Krebsprogramms die Basis für die Erarbeitung des darauffolgenden.
Rahmenbedingungen und Umsetzungsfaktoren für ein nationales Krebsprogramm
Umfassende Unterstützung durch die Regierung und Beteiligung aller Stakeholder und der gesundheitspolitischen Entscheidungsträger sind maßgeblich für eine erfolgreiche Entwicklung, Implementierung, Umsetzung und Evaluierung eines nationalen Krebsprogramms.
Die für die Entwicklung und Umsetzung eines nationalen Krebsprogramms erforderlichen Ressourcen müssen bereits beim Planungsprozess berücksichtigt werden. Neben Aufbau und Vernetzung regionaler Strukturen ist übergeordnete Koordination und Steuerung erforderlich. Für alle Beteiligten gilt es klare Rollen und Verantwortlichkeiten zu definieren.
Für die Analyse der Ausgangslage, das Monitoring und die spätere Evaluierung mithilfe von Indikatoren und Zielvorgaben sind aussagekräftige und valide Datengrundlagen vonnöten. Hierfür sind die entsprechenden rechtlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen zu schaffen.
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Kurzbericht
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