Bericht zur Drogensituation in Österreich 2011

Neben den aktuellen Entwicklungen werden heuer die Themen »Drogenbezogene Strategien und Gesundheitsversorgung in Haftanstalten« und »Drogenkonsumierende Eltern und ihre Kinder« schwerpunktmäßig behandelt.

Neue Substanzen in Clubszene
Die Konsumerfahrungen in der österreichischen Gesamtbevölkerung haben sich in den letzten Jahren kaum verändert. Das ist ein Ergebnis des Drogenberichts der Gesundheit Österreich für die Jahre 2010/2011. Im Bereich der Party- und Clubszene hingegen spielen neue Research Chemicals und gesundheitlich bedenkliche Inhaltsstoffe eine immer größere Rolle. Warnungen mussten wegen Levamisol in Kokain, PMA in Speed sowie mCPP in »Ecstasy« ausgesprochen werden (ChEck iT!).

Beikonsum
Den behandlungsrelevanten problematischen Drogenkonsum dominieren nach wie vor Opiate. Zunehmende Bedeutung hat der Beikonsum von anderen Substanzen, vor allem von Benzodiazepinen. Zum Umgang mit Benzodiazepinen werden derzeit auf Bundesebene und in Wien spezielle Maßnahmen erarbeitet.

Regionale Versorgungsprobleme bei der Substitutionsbehandlung
Über die Jahre ist es gelungen, etwa 50 Prozent der Personen mit Opiatproblemen in die Substitutionsbehandlung zu integrieren, auch wenn die Versorgungssituation in manchen Regionen nach wie vor nicht zufriedenstellend ist. So gibt es etliche Bezirke in Österreich, in denen keine zur Substitutionsbehandlung berechtigten Ärztinnen und Ärzte praktizieren.

Forschungsdefizite
Einzelne Datenquellen belegen einen Anstieg der Prävalenz von Hepatits C sowie eine etwas höhere Prävalenz von HIV bei intravenös Drogenkonsumierenden. Eine wissenschaftliche Untersuchung der Hintergründe dieser Entwicklungen wäre dringend erforderlich.

Prävention und Behandlung in budgetschwachen Zeiten
In Sachen Suchtprävention standen Maßnahmen für den Bereich Familie im Vordergrund (Erziehungskompetenzen, Vorbildrolle der Eltern). Einen wichtigen Stellenwert haben daneben nach wie vor prozessorientierte Ansätze in Gemeinden (Arbeit mit Schlüsselpersonen und maßgeschneiderte regionale Maßnahmen). In Beratung und Behandlung wird von den Suchthilfe-Einrichtungen weiterhin versucht, trotz knapper werdender Ressourcen auf die spezifischen Bedürfnisse verschiedener Zielgruppen einzugehen. Im Berichtszeitraum lag der Fokus dieser Bemühungen auf suchtkranken Personen mit Migrationshintergrund, auf älteren Suchtkranken und auf Jugendlichen mit sehr riskantem Drogenkonsum.

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Auftraggeber: Bundesministerium für Gesundheit
Herausgeber: GÖG/ÖBIG
Erscheinungsort: Wien
Erscheinungsjahr: 2011
ISBN: 978-3-85159-160-6
Umfang: 202 Seiten, 42 Tabellen, 26 Abbildungen, 6 Karten
Kostenersatz: € 15,00
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Unkostenbeitrag für Druckfassung: 15 Euro (Inland); Download kostenlos

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