Bericht zur Drogensituation in Österreich 2010

Neben den aktuellen Entwicklungen werden heuer die Themen »Geschichte, Methoden und Implementierung von nationalen Behandlungsleitlinien« und »Kosten drogenbezogener Behandlung in Österreich« schwerpunktmäßig behandelt.

Zu den Erfahrungen mit Drogenkonsum in der Gesamtbevölkerung liegen für das Berichtsjahr keine neuen Daten vor. Detailliertere Auswertungen der bereits im Vorjahr berichteten Repräsentativstudie zu Drogenkonsum in der Allgemeinbevölkerung zeigen, dass Männer und Personen aus Städten mit mehr als 50.000 Einwohnerinnen und Einwohnern häufiger von Konsumerfahrungen (Lebenszeitprävalenz) mit illegalen Substanzen berichten. Die Konsumausstiegsrate ist bei allen illegalen Substanzen deutlich höher als bei Alkohol und Nikotin. Dies belegt, dass der Konsum von illegalen Substanzen meist ein zeitlich befristetes, vorübergehendes Phänomen darstellt.

Die aktuellsten Prävalenzschätzungen des problematischen Drogenkonsums (in Österreich in erster Linie polytoxikomaner Drogenkonsum mit Beteiligung von Opiaten) ergeben für das Jahr 2009 zwischen 25.000 und 37.000 Personen. Im Vergleich mit anderen Daten lässt sich daraus schließen, dass die Prävalenz in den letzten Jahren stabil bleibt. Vertiefende Analysen ergeben, dass Frauen neben einem geringeren Risiko für die Entwicklung eines problematischen Drogenkonsums auch eine bessere Prognose hinsichtlich des Ausstiegs aus diesem haben als Männer.

Aufgrund des Rückzugs von Ärztinnen/Ärzten aus der Substitutionsbehandlung opioidabhängiger Personen ist die Versorgungssicherheit in manchen Regionen nicht mehr gewährleistet. Auf Bundesländerebene wird versucht, dieser Situation durch Honorarvereinbarungen und Neustrukturierungen zu begegnen. Die Novellierung der Suchtgiftverordnung im Dezember 2009 hat zwar zur besseren Akzeptanz der Regulierung der Substitutionsbehandlung geführt. Inwieweit sich das positiv auf die Versorgung opioidabhänger Personen auswirkt, wird sich erst Ende 2010 zeigen.

In der Suchtprävention wird zunehmend versucht, durch gezieltere Maßnahmen jene Kinder und Jugendlichen besser zu erreichen, die ein höheres Risiko für die Entwicklung eines Suchtverhaltens aufweisen. Moderierte Gesprächsrunden im privaten Rahmen scheinen ein erfolgreicher Ansatz zu sein, um sonst schwer erreichbare Eltern anzusprechen.

download Bericht zur Drogensituation 2010 (PDF-File, 1,5 MB)

Auftraggeber: Bundesministerium für Gesundheit
Herausgeber: Gesundheit Österreich GmbH / Geschäftsbereich ÖBIG
Erscheinungsort: Wien
Erscheinungsjahr: 2010
ISBN: 978-3-85159-152-1
Umfang: 181 Seiten, 40 Tabellen, 24 Abbildungen, 5 Karten
Kostenersatz: € 15,00
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