Bericht zur Drogensituation in Österreich 2006

Der diesjährige Bericht zur Drogensituation befasst sich mit der Analyse aktueller Entwicklungen und der vertiefenden Darstellung von drei Schwerpunktthemen: Drogenkonsum bei unter 15-Jährigen, Kokain und Crack sowie Drogen im Straßenverkehr.

Mehr Personen mit problematischem Drogenkonsum

  • Keine Veränderungen bezüglich der Konsumerfahrungen mit illegalen Drogen: stabile Konsumraten, Erfahrungen am häufigsten mit Cannabis, Konsum meist auf das Experimentieren bzw. eine begrenzte Lebensphase beschränkt;
  • Drogenkonsum bei sehr jungen Jugendlichen – unter 15 Jahren – weiterhin selten;
  • Konsum von Kokain im langjährigen Vergleich gestiegen, zuletzt aber – auf erhöhtem Niveau – wieder stabil; Crack spielt in Österreich nach wie vor keine Rolle;
  • Zahl der Personen mit problematischen Konsummustern in den letzten Jahren gestiegen, insbesondere in der Altersgruppe der 15- bis 24-Jährigen.

Es liegt eine Reihe von aktuellen Daten zur Einschätzung der Drogensituation vor. Die verfügbaren Studien bestätigen die bereits aus den letzten Jahren bekannten Konsumraten. Demnach ist die Prävalenz von Erfahrungen mit dem Konsum von illegalen psychoaktiven Substanzen sowohl bei Erwachsenen als auch bei Jugendlichen im letzten Jahrzehnt etwas gestiegen, zuletzt aber – auf erhöhtem Niveau – wieder stabil.

Rund ein Fünftel der Bevölkerung hat bereits einmal Cannabis konsumiert, mit Spitzenwerten von bis zu 35 Prozent bei den jungen Erwachsenen. Für alle anderen Substanzen sind die Werte deutlich geringer und liegen meist bei maximal ein (Heroin) bis drei Prozent (Ecstasy, Amphetamine, Kokain) für die Gesamtbevölkerung. Zudem sind die Raten für den aktuellen Konsum (letzte zwölf Monate) nochmals deutlich geringer – dies belegt, dass der Konsum von illegalen Substanzen meist auf Probiererfahrungen bzw. auf eine begrenzte Lebensphase beschränkt ist.

Nur ein kleiner Teil der Jugendlichen macht erste (Probier-)Erfahrungen mit illegalen Drogen bereits vor dem 15. Lebensjahr. Die Gruppe jener, die in diesem Alter bereits massiveren Konsum bzw. Missbrauch von illegalen Substanzen oder riskante Konsumformen aufweisen, ist sehr klein. Bei diesen Kindern bzw. Jugendlichen stehen zudem fast immer schwere psychosoziale Problemlagen im Vordergrund. Der Drogenmissbrauch stellt einen Aspekt bzw. häufig auch eine Folge dieser Kumulation von Problemen und Belastungen dar, trägt allerdings meist zu einer weiteren Verschärfung der Situation bei.

In den letzten Jahren wurde medial immer wieder die »Modedroge Kokain« thematisiert. Tatsächlich zeigt sich, dass die Prävalenz der Konsumerfahrungen mit aufputschenden Substanzen wie Kokain im langjährigen Vergleich etwas gestiegen sind. Allerdings ist sie nunmehr bereits seit einigen Jahren wieder stabil bei Werten von meist bis zu maximal drei Prozent. Crack spielt in Österreich weiterhin keine Rolle.

Eine Analyse der verfügbaren Daten und Informationen zum problematischen Drogenkonsum in Österreich über mehrere Jahre lässt darauf schließen, dass die diesbezügliche Problematik in den letzten Jahren zugenommen hat. Eine aktualisierte Schätzung der Prävalenz des problematischen – meist polytoxikomanen – Konsums mit Beteiligung von Opiaten kommt für das Jahr 2004 auf rund 25.000 bis 32.000 betroffene Personen in Österreich. Im Vergleich zu einer methodisch vergleichbaren Berechnung für das Jahr 2001 ist dies ein Anstieg von rund 10.000 Personen. Besonders deutlich fällt dieser für die Altersgruppe 15 bis 24 Jahre aus.

Der »Bericht zur Drogensituation« wird jährlich im Auftrag der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EBDD) und des Bundesministeriums für Gesundheit und Frauen (BMGF) erstellt. Er bietet einen Überblick über eine Vielzahl von Daten und Studien zu unterschiedlichen Aspekten dieses gesellschaftspolitisch bedeutsamen Themas. Weiters zeigt der Bericht auf, mit welchen – vor allem gesundheitspolitischen – Maßnahmen auf die Drogenproblematik in Österreich reagiert wird. Drogenkonsum bei unter 15-Jährigen, Kokain und Crack sowie Drogen im Straßenverkehr stellen die diesjährigen Schwerpunktthemen dar. Der Bericht dient auch als österreichischspezifischer Input für den jährlich von der EBDD erstellten »Europäischen Drogenbericht«.

Auftraggeber: Bundesministerium für Gesundheit und Frauen
Herausgeber: Gesundheit Österreich GmbH / Geschäftsbereich ÖBIG
Erscheinungsort: Wien
Erscheinungsjahr: 2006
ISBN: 978-3-85159-085-2 (deutsche Version)
Umfang: 135 Seiten, 32 Tabellen, 16 Abbildungen, 3 Karten
Kostenersatz: € 10,00
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