Der Bericht zeigt in der Gesamtbetrachtung eine relativ stabile Situation bezüglich Drogenkonsum. Schwerpunktthemen sind Buprenorphin, Alternativen zur Bestrafung sowie öffentliche Störung im Kontext von illegalen Drogen .
Es gibt Hinweise auf eine leichte Zunahme des Problemkonsums. Die bisher sehr hohen Infektionsraten von Hepatitis B und C bei intravenös Drogenkonsumierenden sind hingegen rückläufig.
Weiters stieg die Anzahl drogenbezogener Todesfälle, wobei die aktuelle Zahl noch immer deutlich unter den Mitte der 1990er Jahre erreichten Zahlen liegt. Der bereits im Vorjahr beobachtete Trend in Richtung Verbreiterung des Substanzspektrums sowohl beim Probierkonsum als auch beim Problemkonsum hat sich bestätigt.
Im Mittelpunkt der öffentlichen Diskussion stand zuletzt häufig der Drogenkonsum von Jugendlichen. Der Bericht bietet eine Reihe von Daten und Informationen zu diesem Thema: Jugendliche und junge Erwachsene experimentieren mit einer Vielzahl verschiedener Substanzen. Mehr als ein Drittel der jungen Erwachsenen machte Erfahrungen mit Cannabis, bis zu fünf Prozent der Jugendlichen probierten Kokain, Amphetamine und Ecstasy, bei den jungen Erwachsenen waren es bis zu zehn Prozent.
Im Vergleich zu früheren Studien fallen stabile bis rückgängige Werte für Ecstasy und Zuwächse für Kokain und Amphetamine auf. Die Prävalenzraten für kürzere Zeiträume (letztes Jahr, letzte dreißig Tage) sind allerdings deutlich geringer, was darauf verweist, dass es sich bei jugendlichem Drogenkonsum zum Großteil um einen auf eine Phase begrenzten Experimentierkonsum handelt.
Es gibt aber auch Anzeichen, dass bei Teilen der drogenkonsumierenden Jugendlichen das Risikoverhalten zunimmt. Bei einer (kleinen) Anzahl an Jugendlichen entwickelt sich der Experimentierkonsum im Zusammenhang mit psychischen und sozialen Problemen zu einem Problemkonsum. Eine Abschätzung, in welchem Ausmaß der jugendliche Drogenkonsum vom Experimentier- zum Problemkonsum wird, ist derzeit noch schwierig. Die Situation sollte jedenfalls aufmerksam verfolgt werden.
Der steigende Drogenkonsum – vor allem bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen – dürfte sowohl den »Zeitgeist« als auch gesamtgesellschaftliche Entwicklungen widerspiegeln. So sehen österreichische Drogenfachleute zunehmenden Stress und Leistungsdruck und steigende »neue« Armut als wichtige Faktoren für wachsende Drogenprobleme.
Gesundheitspolitisch wurde auf diese Entwicklung mit verstärkten Angeboten der Sekundärprävention reagiert. In der Arbeit mit suchtgefährdeten Jugendlichen wurden auf Länderebene neue Konzepte und Methoden der Frühintervention entwickelt, die positive Ergebnisse zeigen. Entsprechende Projekte und Aktivitäten sollten in Zukunft vermehrt eingesetzt werden, um das Abgleiten von suchtgefährdeten Jugendlichen in problematischen Konsum und Drogenabhängigkeit soweit wie möglich zu verhindern.
GÖG-Jahresbericht online. Der Jahresbericht 2010 der Gesundheit Österreich ist als PDF-Download verfügbar. mehr

