Der Bericht zur Drogensituation 2003 präsentiert neben der aktuellen Entwicklung auch die Schwerpunktthemen Evaluation nationaler Drogenstrategien, problematischer Cannabiskonsum und psychiatrische Komorbidität.
Der Bericht zur Drogensituation 2003 zeigt auf, dass sich das Spektrum der konsumierten illegalen Substanzen in den letzten Jahren in Österreich deutlich verbreitert hat. Neben Cannabis – mit dem weiterhin am häufigsten Erfahrungen gemacht werden – wird zunehmend auch mit anderen Substanzen (Ecstasy, Speed, Kokain, teilweise auch Opiate) experimentiert. Beim Problemkonsum wird im Rahmen des polytoxikomanen Gebrauchs (Mehrfach- und Mischkonsum) ebenfalls ein immer breiteres Spektrum von Substanzen konsumiert. Der auch intravenöse Konsum von Kokain hat dabei vor allem auf Grund von Marktmechanismen wie niedriger Preis und ausreichende Verfügbarkeit in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Während aber bisher vermutet wurde, dass sich der Trend zu aufputschenden Substanzen – neben Kokain auch Amphetamine – in einer zunehmenden Ablöse der Opiate niederschlägt, zeigt sich vielmehr, dass der Konsum sich allgemein in Richtung verbreitertes Substanzspektrum entwickelt.
Schwerpunktthemen psychiatrische Komorbidität und problematischer Cannabiskonsum:
Bei vielen Drogenabhängigen werden neben der Suchterkrankung weitere psychiatrische Erkrankungen diagnostiziert. Die Zusammenhänge zwischen Drogenkonsum und psychiatrischer Komorbidität sind komplex und noch nicht ausreichend untersucht. Fachleute schließen aber, dass der Drogenkonsum in vielen Fällen als »Selbstmedikation« einer bestehenden psychischen Grunderkrankung dient bzw. dass sich Drogenmissbrauch und eine bestehende psychische Belastung/Gefährdung gegenseitig negativ verstärken.
Dies zeigt sich auch bei Cannabis, wobei der Anteil derer, die im Zusammenhang mit dem Konsum von Cannabis eine Behandlung oder Betreuung benötigen, im Vergleich zur Gesamtheit der Konsumentinnen und Konsumenten sehr gering ist. Es gibt aber eine Gruppe von Personen, die ausschließlich bzw. vorrangig im Zusammenhang mit dem Konsum von Cannabis eine Behandlung benötigen. Es handelt sich dabei hauptsächlich um relativ junge, sozial integrierte Männer, bei denen nach intensivem, hochdosiertem Konsum von Cannabis über längere Zeit psychotische Störungen auftreten, wobei die Fachleute annehmen, dass dies mit einer bereits bestehenden Vulnerabilität für Psychosen im Zusammenhang steht.
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