Der Bericht zur Drogensituation 2002 präsentiert neben der aktuellen Entwicklung auch die Schwerpunktthemen Ausgaben für drogenbezogene Nachfragereduktion, Drogentrends bei Jugendlichen und soziale Ausgrenzung und soziale Reintegration.
Der Bericht zur Drogensituation 2002 in Österreich bestätigt im Großen und Ganzen die im Vorjahr beobachteten Trends. Eine Zusammenschau der im letzten Jahr in Österreich durchgeführten Studien zeigt einen wachsenden Konsum illegaler Drogen vor allem unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Über Konsumerfahrungen mit Cannabis berichtet zumindest ein Drittel der jungen Erwachsenen.
Erstmals seit vielen Jahren wurden auch biogene Drogen (Pilze, Kakteen etc.) und Schnüffelstoffe in die Untersuchungen miteinbezogen, wobei diese von bis zu zwanzig Prozent der Befragten schon konsumiert wurden. Deutlich geringer sind die Konsumerfahrungen mit Partydrogen (vor allem Ecstasy), aufputschenden Substanzen (wie Amphetaminen, Kokain) und Opiaten. Bei allen Substanzen sinken die Werte deutlich, wenn in denselben Studien nach dem Konsum im letzten Jahr oder in den letzten dreißig Tagen gefragt wird. Daraus kann abgeleitet werden, dass Drogenkonsum häufig auf das Experimentieren bzw. auf eine begrenzte Lebensphase beschränkt ist. Anlass zur Besorgnis geben daher weniger die gestiegenen Prävalenzraten als vielmehr Berichte von Fachleuten über steigenden Mischkonsum und mangelndes Risikobewusstsein bei Jugendlichen.
Eines der Schwerpunktkapitel des Berichts befasst sich vertiefend mit Drogentrends bei Jugendlichen. Neben den steigenden Probiererfahrungen zeigt sich dabei, dass der Drogenkonsum bei Jugendlichen immer weniger auf den großstädtischen Bereich und auf wenige Zentren beschränkt ist, sondern sich zunehmend auch in ländlichen Gebieten findet. Das schlägt sich bisher aber nicht in einer steigenden Anzahl an jugendlichen Problemkonsumentinnen und -konsumenten nieder, die als stabil beurteilt werden kann. Allerdings finden sich für problematische Drogenkonsumentinnen und -konsumenten Verschlechterungen in qualitativer Hinsicht. Drogenspezifische und jugendpsychiatrische Einrichtungen berichten über eine im Vergleich mit früheren Jahren äußerst problematische soziale und psychische Situation bei Teilen der drogenabhängigen bzw. suchtgefährdeten Jugendlichen. Sie gelten damit verstärkt als vorrangige Zielgruppe für gesundheitspolitische Maßnahmen, wobei in allen Bundesländern zunehmend sekundärpräventive und aufsuchende Angebote forciert werden.
GÖG-Jahresbericht online. Der Jahresbericht 2010 der Gesundheit Österreich ist als PDF-Download verfügbar. mehr

