Analyse des Nahtstellenmanagements bei Arzneimitteln (2006)

Die Autorinnen des Arbeitsbereiches Gesundheitsökonomie stellen die Situation in Österreich und in den Niederlanden vergleichend gegenüber, identifizieren Schwachstellen und präsentieren Maßnahmen zur Verbesserung.

In dieser Studie werden die Arzneimittelversorgung und -finanzierung in Krankenanstalten sowie das Nahtstellenmanagement zwischen dem stationären und dem ambulanten Sektor in Österreich und in den Niederlanden untersucht. Ergebnis der Analyse sind Empfehlungen für die Verbesserung des Nahtstellenmanagements in Österreich.

Die Probleme bezüglich Arzneimittelausgaben und Nahtstellenmanagement unterscheiden sich in beiden Ländern nicht wesentlich von einander. In Österreich wurden die Schwachstellen und Problemfelder zwar bereits erkannt und einige Initiativen, wie »Arznei und Vernunft«, zur Lösung dieser Probleme umgesetzt. Es hat sich aber gezeigt, dass es in den Niederlanden mehr Initiativen gibt und diese weiter fortgeschritten sind. Zur Verbesserung des österreichischen Arzneimittelsystems in Krankenhäusern und des Nahstellenmanagements wurden einige Empfehlungen bezüglich transmuraler Abstimmung und Kooperationsstrukturen, Informationsaustausch sowie Medikationsbegleitung erarbeitet.

Beispielsweise könnte ein nächster Schritt auf dem Weg zu einer besseren Abstimmung des Verordnungsverhaltens von niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten und Spitalsärzten/-ärztinnen die verstärkte Einbindung der Letzteren in die »Arznei und Vernunft«-Initiative der Österreichischen Sozialversicherung sein, die in Kooperation mit der Pharmawirtschaft, der Österreichischen Ärztekammer sowie der Österreichischen Apothekerkammer ins Leben gerufen wurde. Dazu sind besseres Bekanntmachen und Umsetzen der »Arznei und Vernunft«-Leitlinien sowohl im stationären als auch im niedergelassenen Bereich erforderlich.

Die Abstimmung könnte durch eine konsequente Umsetzung der Bestimmungen des § 24 Abs 2 KAGuG (z. B. in den entsprechenden Landesgesetzen) erfolgen. Die Wahl der Entlassungsmedikation soll sich immer am Erstattungskodex und an den vom Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger herausgegebenen Richtlinien über ökonomische Verordnung orientieren.

Auftraggeber: BMGFJ (Bundesministerium für Gesundheit, Familie und Jugend)
Herausgeber: Gesundheit Österreich GmbH / Geschäftsbereich ÖBIG
Erscheinungsort: Wien
Erscheinungsjahr: 2006
ISBN: 3-85159-084-8
Umfang: 66 Seiten, 8 Tabellen, 5 Abbildungen
Kostenersatz: € 25,00
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