Mammographie-Screening

Das Risiko, an einem Mammakarzinom zu erkranken, ist in den letzten dreißig Jahren deutlich gestiegen. Jedes jahr werden rund 4.800 Österreicherinnen mit der Diagnose Brustkrebs konfrontiert, 1.600 sterben infolge eines Karzinoms. Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt bei 55 Jahren. Rund 600.000 Frauen gehen jedes Jahr zur Mammographie.

Wie viele dieser Röntgenuntersuchungen dabei der Abklärung von Symptomen (kurative Mammographie) bzw. der individuellen Früherkennung dienen, kann aufgrund der fehlenden Daten nicht festgestellt werden. Überproportional oft werden jüngere Frauen in radiologische Praxen überwiesen (< 40 Jahre), während Frauen in der Menopause weniger häufig einen Gynäkologen konsultieren und daher auch weniger oft zur Mammographie geschickt werden. Dadurch entsteht eine Fehlversorgung jener Frauen, die aufgrund ihres Alters der Risikogruppe zuzuordnen sind. Für diese Betroffenen gibt es derzeit kein Früherkennungsprogramm, das sie systematisch einlädt, screent und nach qualitätsgesicherten Standards untersucht.

Wissenschaftliche Studien und internationale Erfahrungen haben gezeigt, dass mit dem bevölkerungsbezogenen, qualitätsgesicherten Mammographie-Screeningprogramm nach EU-Leitlinien die Sterblichkeit um bis zu dreißig Prozent gesenkt werden kann. Dabei müssen die Röntgenreihenuntersuchungen an gesunden Frauen unter Einhaltung besonderer Qualitätsstandards stattfinden.

Diese umfassen die Organisation des Screenings (Einladungssystem mit regelmäßiger Wiedereinladung der Frauen im Alter von 50 bis 69 Jahren, in zweijährigem Intervall), die Erstellung der Mammographien unter standardisierten, möglichst identischen Bedingungen, Doppelbefundung, weitergehende Verdachtsabklärung (Assessment), Dokumentation (mit Qualitätsmonitoring), technischer Qualitätssicherung, Qualifizierung (Radiologinnen/Radiologen, Röntgentechnologinnen) sowie interdisziplinäre Zusammenarbeit.

Um die technische Machbarkeit und die medizinische Sinnhaftigkeit der Einführung des Mammographie-Screenings nach EU-Leitlinien für Österreich zu evaluieren, wurde seitens der Bundesgesundheitskommission beschlossen, qualitätsgesicherte, bevölkerungsbezogene Mammographie-Screeningprogramm zunächst in überschaubaren Modellregionen zu erproben. Die Gesundheit Österreich / Geschäftsbereich ÖBIG und der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger wurden als bundesweite Koordinationsstellen eingesetzt und beauftragt, die Pilotprojekte bei der Umsetzung von qualitätsgesicherten Programmen nach EU-Leitlinien zu unterstützen, die nötigen administrativen Strukturen für die Abwicklung der zur Verfügung stehenden Fördermittel zu schaffen und die nach einem einheitlichen Schema zu definierenden Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualitätsparameter auszuwerten.

Seitens des Hauptverbandes wurde ein link extern Internetplattform eingerichtet, über die alle für die Dokumentation der Pilotprojekte erforderlichen Informationen herunterladen und die Daten zur Auswertung weitergeleitet werden können. Die Daten werden halbjährlich ausgewertet und die Ergebnisse in Form von Berichten an die Bundesgesundheitskommission übermittelt.

Kontakt: Alexander Gollmer

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