Gesundheitsförderung in Städten und Gemeinden wird auch als die »Mutter aller Setting-Ansätze« bezeichnet. Einerseits, weil sich diese bereits vor Entstehung der Gesundheitsförderung im engeren Sinne – seit den Zeiten der Industrialisierung – als eine auf Lebensbedingungen orientierte Handlungsstrategie entwickelte. Andererseits, weil die Gemeinde auch einen Rahmen für spezifischere Settings wie Kindergarten, Schulen, Betriebe und Krankenhäuser darstellt.
Gemeinden und Städte beinhalten ein großes Potenzial für die Gesundheitsförderung: Kommunale Gesundheitsförderung kann zur Stärkung der sozialen Netzwerke beitragen, die für die Gesundheit enorm wichtig sind. Die Bürgerinnen und Bürger werden in ihrem unmittelbaren Lebensumfeld erreicht, der Zugang zu benachteiligten Gruppen wird (in nicht diskriminierender Weise) erleichtert.
Als übergreifende Strategie für Interventionen im regionalen Setting unterstützt der Fonds Gesundes Österreich den Ansatz des »Capacity Building« im Sinne eines Prozesses, der Strukturen weiterentwickelt, Wissen und Fähigkeiten, Ressourcen, Leadership und Partnerschaften auf- und ausbaut, um Gesundheitsförderung nachhaltig zu verankern. Im regionalen Setting sind demnach insbesondere folgende Bereiche zu fördern und zu unterstützen:
Die Ergebnisse der vier Modellprojekte für die Zielgruppe Jugendliche und ältere Menschen im regionalen Setting, die der Fonds Gesundes Österreich in den Jahren 2003 bis 2006 erfolgreich umgesetzt hat, sollen Grundlage für weitere Entwicklungen im regionalen Setting sein.
Ein Fokus und Ziel soll die Förderung der seelischen Gesundheit und der gesundheitsbezogenen Lebensqualität in Gemeinde, Stadt und Region sein. Chancen und Herausforderungen stellen dabei intergenerative Aktivitäten, Sozialkapital und Bedürfnisse älterer Menschen, die Integration von Maßnahmen zur Enttabuisierung von Themen der seelischen Gesundheit und Krankheit sowie zur Integration von Menschen mit psychischen Störungen, Maßnahmen der Information und Aufklärung über seelische Gesundheit sowie der Vernetzung von Gesundheitsförderung mit Einrichtungen der primären und sekundären Gesundheitsversorgung dar.
Auch im Rahmen des Schwerpunkts Herz-Kreislauf-Gesundheit sind Aktivitäten im regionalen Setting vorgesehen.
Kontakt: Rainer Christ