Schritte zur Umsetzung in Modellregionen.
Das Risiko, an einem Mammakarzinom zu erkranken, ist in den letzten dreißig Jahren deutlich gestiegen. Allein im Jahr 2001 wurden 4.800 Österreicherinnen mit der Diagnose Brustkrebs konfrontiert. Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt bei 55 Jahren. 600.000 Frauen gehen jedes Jahr zur Mammographie. Wie viele dieser Röntgenuntersuchungen der Abklärung von Symptomen (kurative Mammographie) bzw. der individuellen Früherkennung dienen, kann aufgrund der fehlenden Daten nicht festgestellt werden.
Überproportional oft werden jüngere Frauen in radiologische Praxen überwiesen (< 40 Jahre), während Frauen in der Menopause weniger häufig einen Gynäkologen konsultieren und daher auch weniger oft zur Mammographie geschickt werden. Dadurch entsteht eine Fehlversorgung jener Frauen, die aufgrund ihres Alters der Risikogruppe zuzuordnen sind. Für diese Betroffenen gibt es derzeit kein Früherkennungsprogramm, das sie systematisch einlädt, screent und nach qualitätsgesicherten Standards untersucht.
Mit 1.600 Todesfällen jährlich ist das Brustkarzinom die häufigste Krebstodesursache bei Frauen in Österreich. Um die Brustkrebsmortalität europaweit um 25 bis 30 Prozent zu senken sowie die Lebensqualität der Betroffenen und von deren Familien deutlich zu verbessern, haben EU-Kommission und EU-Parlament alle 25 EU-Mitgliedstaaten aufgerufen, die »European Guidelines for Quality Assurance in Mammography Screening« bis 2008 zu implementieren.
Das qualitätsgesicherte, bevölkerungsbezogene Mammographie-Screeningprogramm wendet sich speziell an die Altersgruppe der 50- bis 69-Jährigen, um jene Frauen zu finden, die an einem bisher symptomlos verlaufenden Brustkrebs erkrankt sind. Grundsätzlich gilt, dass sich die Heilungschancen erheblich verbessern, wenn Brustkrebs in einem möglichst frühen Stadium entdeckt wird. In diesen Fällen ist Brustkrebs zu über neunzig Prozent heilbar. Folglich zielt das Mammographie-Screeningprogramm auf die qualitätsgesicherte Früherkennung von nicht-invasiven Vorstufen und frühen Formen des Brustkrebs ab. Dazu wurden zentrale Qualitätsstandards definiert:
Ziel der Implementierung ist es, exemplarisch in überschaubaren Modellregionen ein prozessorientiertes Qualitätsmanagement gemäß den EU-Leitlinien zum bestehenden Gesundheitssystem zu etablieren. Die Verdachtsabklärung soll von niedergelassenen Radiologinnen und Radiologen (Doppelbefundung) durchgeführt werden. Bei erforderlicher Folgediagnostik werden im Assessment andere Professionen (Radiologie, Chirurgie, Pathologie, Onkologie u. a.) hinzugezogen, was eine enge Kooperation zwischen dem ambulanten und dem stationären Bereich voraussetzt.
Die Daten der laufenden Evaluierung (Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität) werden den Beteiligten direkt zur Verfügung gestellt, um gleichzeitig einheitliche Diagnose- und Therapiestandards zu erzielen. Zudem schaffen die Daten aus verschiedenen Modellregionen die Voraussetzungen für den Vergleich der Qualität und der Kosten von Diagnostik und Therapie.
Neu erschienen: Krankheitsausgabenrechnung 2008. Ergebnis: Gesamtausgaben im öffentlichen akutstationären Bereich für das Jahr 2008. mehr
GÖG-Jahresbericht online. Der Jahresbericht 2010 der Gesundheit Österreich ist als PDF-Download verfügbar. mehr

